Beiträge von schmidtjr

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    Umwerfer eingebaut. passt perfekt die aufwendige Halterung. (Low Direct Mount ging nicht, weil kollidiert mit dem Hauptlager):


    Teilaufgebaut:


    ganz aufgebaut:


    Rahmennummer darf nicht fehlen. Schablone gelasert, ins Metall geätzt und dann farblich ausgelegt:


    und fast final in freier Wildbahn:


    Fazit:

    Hat länger gedauert als gedacht. Fully bauen mit wenig Freizeit ist schwierig. Aber sehr belohnend wenn alles zusammenpasst. Toleranzen und Genauigkeit ist nochmal ne Ganze Ecke spannender als bei nem "simplen" Hardtail.

    Das Ganze ist nun schon über ein Jahr im Einsatz, nicht als Hauptrad aber wird gut bewegt. Fährt sich sehr angenehm. Hinterbau wippt kaum, ist aber im Gelände schön ansprechend. Erste Kette ist verbraucht ansonsten verhält es sich unauffällig.


    Service oder Reinigung sieht es wie all meine Räder eher wenig. Bewegliche Teile werden gewartet, aber ansonsten siehts meist so aus:


    Vor paar Wochen hab ich dann mal das Hauptlager angeschaut, wollt sehen wie es nach einem Jahr Schlammschlacht so aussieht:

    Ich finde, das kann sich sehen lassen. Kaum Riefen, kein Schmutz eingedrungen (Deckscheibe aus selbem Igus Material hier nicht auf dem Bild). Das kann man so auf jeden Fall noch ne Saison fahren und wenn es dann bissl verbraucht ist, tausch ich die Gleitlager, kosten quasi nix. Somit hat sich das experimentierbare Hauptlager als unnötig herausgestellt, keine weiteren Experimente nötig.


    Einziger Wehmutstropfen (auf dem letzten Bild zu sehen). die von mir gefertigten Aluminiumteile (7075er), konkret Lagerschalen und Umwerferhalterung, sind nicht eloxiert weil ich keinen Platz für diese Sauerei habe. Deshalb leiden sie ein bisschen... Aber könnt schlimmer sein.


    Vielen Dank fürs Durchhalten bis hier her,

    Viele Grüße,

    Martin

    weiter gehts...


    Reifenfreiheit Kettenstreben prüfen:


    Schwinge in der Lehre:


    Schwinge durchgelötet:


    Gleitlager, Lagerschalen und Hardeloxierte Achse. fluchtet perfekt.


    alles mal zusammengesteckt in der Lehre, vorderes Dreieck ist schon phosphatiert:


    und nochmal außerhalb der Lehre:


    Maßarbeit an der Bremsaufnahme:


    Späne machen für die Umwerferaufnahme:


    Umwerferaufnahme fertig gefräst. (alles Manuell, nix CNC):


    ne Custom A-Head Kappe darf natürlich nicht fehlen. Hier durfte meine kleine CNC mal ran:


    Teil 3 folgt...

    Hi,


    hier muss mal wieder was gepostet werden. Also, ein neues Rad.

    Eigentlich brauchte ich nichts Neues, aber irgendwie kam günstig ein Dämpfer zu mir und dann kribbelte es mir permanent in den Fingern doch mal ein Fully zu bauen. Der Gedanke lies mich nicht mehr los, also musste ich es machen. Kurzfazit: Ein Fully ist ca. 3mal aufwändiger als ein Hardtail. Das geht bei der Planung los und hört beim Vorrichtungsbau für perfekten Sitz in allen Ebenen auf.

    Planung und Komponentenauswahl begann bereits im Jahr 2018! Von daher sind einige Dinge eventuell veraltet. Shimano 12x gabs da bspw. noch nicht.

    Fertiggestellt wurde das Ganze im März 2019. War trubelig. Verletzungsbedingt nur 9 Finger zum Arbeiten, Werkstatt musste geräumt werden... Aber es ist noch fertig geworden. Das letzte Rad aus dieser Werkstatt.


    paar Zahlen und Fakten:

    - 650b boost Hinterbau, schluckt locker 2.5" Reifen

    - True Temper Rohre

    - 160mm Front, 155mm Heck (oder hab ich es Front grad auf 170 getravelt? weiß nicht)

    - 2x11 Schaltung 582% Bandbreite (Shimano, SRAM mix)

    - 64° Headtubeangle

    - 76.5° Seattube Angle (BB center to ST top center)

    - 425mm Kettenstreben

    - Platz für Flaschenhalter :)

    - generell, wie immer bei mir, eher kurz und wendig das Rad. Nicht dem long longer longest trend folgend

    - Hauptlager zum Experimentieren:

    -- entweder IGUS Gleitlager auf 20mm Achse (das ist der aktuelle Verbauzustand, ist top, daher keine weiteren Experimente geplant)

    -- alternativ zweireihige Schrägkugellager 3804 auf ebenfalls 20mm Achse

    -- und wenn das auch nicht gut wäre, dann könnt man immernoch rechts und links jeweils ein Hope Headset top ZS44 einbauen


    Nun folgend einfach ein paar Bilder vom Entstehungsprozess. Bei Fragen einfach Fragen.


    headtube und Hauptlager mit Verstärkungsringen:


    Flaschenhalter diesmal von Innen mit Plättchen verstärkt:


    Durchführung für versenkbare Sattelstütze, verstärkt:


    Sattelklemme und Verstärkungsring am Sattelrohr:


    Gepunktet mit WIG vor dem Löten... wollts mal ausprobieren. Auf dem Unterrohr ist schon die Verstärkung für die Dämpferaufnahme aufgelötet. Auch zu sehen die gelaserten Hilfsteile um alle Aufnahmen (Dämper,...) an Ort und Stelle zu halten.


    vorderes Rahmendreieck gelötet und verschliffen:


    Drehpunkt und Hilfsteile für Schwinge:


    PM Aufnahme wie beim Hardtail (hatte ich noch liegen):


    Rohre nach Schablone gebogen:


    Kettenstreben grob geheftet:


    in Teil 2 gehts weiter...

    Hi Holger,

    ich schließe mich mal den bisherigen Meinungen an. Neusilberlot halte ich persönlich für nicht gut geeignet für Fillets. Hatte damit vor langer Zeit auch mal experimentiert. Ich fand es schwierig damit schöne große Fillets zu erzeugen. Und ich empfand die Nachbearbeitung (Schleifen) schwieriger als beim Messing. Von daher arbeite ich nur mit Messinglot L-CuZn40, was Fontargen A 210 wäre. Hier nehm ich gern min. die 2mm Stäbe, dickere bietet sonderlote leider nicht.


    Thema Löcher: Das kann mehrere Ursachen haben. Überhitzung ist eine, kann man auf deinen Bildern nicht erkennen. Dafür müsstest du mal ein Bild vor dem nachbearbeiten einstellen. Sprich Flussmittel mit Wasser entfernt, sonst nichts weiter gemacht. Viel wahrscheinlicher ist jedoch leichte Verschmutzung. Ich habe mir angewöhnt sehr penibel auf Sauberkeit zu achten und habe kaum noch Löcher. Heißt:

    - Rohre entfettet und gereinigt (kein fusselnder Lappen)

    - direkt vor Verwendung reinige ich jeden Lötstab kurz mit Waschbenzin


    Zweischichtige Fillets: Gibt Leute die machen das, viele erachten es als unnötige doppelte Hitzeeinwirkung und Belastung fürs Rohr. Ich gehöre zu Zweiteren :).

    Ausnahme: die genannten Löcher. Die erweitere ich zum Schluss leicht mit einem Dremel, erhitze kurz lokal und schließe die Löcher mit hochsilberhaltigem Lot (zwecks wenig Hitze). Dann sieht es nach dem Pulvern keiner.


    Thema Angst vor zu hohem Erhitzen: einfach von unten herantasten. Erhitzen, erhitzen, erhitzen und regelmäßig probieren ob das Lot fließt. Dann hast die richtige Temperatur und irgendwann hast du das im Gefühlt. Schön stückweise machen damit es nicht zu heiß wird. Entscheidend ist immer ein gleichmäßiges Erhitzen. Nie punktuell. Die gesamte Rohrverbindung erst einmal auf Temperatur bringen (rundherum) und dann dort wo du lötest auf finale Temperatur hoch. aber auch dort nicht punktuell. Der von dir verwendete Brenner ist sehr klein und kann wenn man ihn punktuell nutzt auch schöne kleine Löcher machen :) Aber er ist gut und ausreichend. Hab damit auch Rahmen gemacht. Hatte nur ne große Sauerstoffflasche drangemacht weil davon brauchts einiges.


    Ansonsten. Viel Spaß und Erfolg. Mit dem GT Design haste dir nichts leichtes als Erstlingswerk ausgesucht, die Oberrohr/Sattelrohr Verbindung mit minimalstem Spalt zu machen ist nicht ohne.


    Viele Grüße,

    Martin

    Hi Patrick,


    ja, verständliche Überlegungen. Bei mir ist es auch sehr ruhig geworden, Frau und Kind haben die Prioritäten etwas verschoben. Planmäßig kommt dieses Jahr noch ein neues Rad von mir, aber schaun wir mal was die Freizeit dazu sagt.


    Ein "Dump" des Forums wäre sehr schön. Hier gibt es gute Infos, die man in den anderen genannten Alternativen nicht findet. MTBR.COM ist für die englischsprachigen unter uns wahrscheinlich noch die beste Anlaufstelle. Bikeboard.at ist sooo unübersichtlich und das Unterforum auf MTB-News ist was Informationen angeht auch sehr überschaubar. Seitdem der dortige "Hauptproduzent" aus unserer gemeinsamen Werkstatt ausgewandert ist gibt es auch kaum was Neues dort.


    Vielleicht wäre eine kleine Spendensammlung auch realisierbar, damit du nicht allein auf den Betriebskosten sitzen bleibst? Falls du technische Unterstützung brauchst, kannst du dich ja auch mal bei mir melden, bin aus dem IT Umfeld.


    Du wirst schon die richtige Entscheidung treffen, ich fänd es schade wenn das Forum verschwindet, aber wenn es nur eine Last ist, hat es ja auch keinen Sinn.


    Viele Grüße,
    Martin

    Hi,


    oh nee, die Zahlen sind klassisch reingeschlagen mit Schlagzahlen. Daher auch krumm und schief, nächstes mal mach ich sie bewusst schief das sieht besser aus :) Geätzt ist nur das MS unten.
    Ein explizites Video wüsst ich jetzt nicht, youtube "electrical etching" spuckt einiges aus. Meist auf Messer bezogen, aber kann man ja auch hier anwenden. https://www.youtube.com/watch?v=79r7iX1Qm1M zum Beispiel.
    Mein vorgehen war:
    - Kochsalz in Wasser schütten (einfache Salzlösung herstellen, Menge ist ziemlich egal, wenn zu viel liegts halt am Boden des Behältnisses) und in einem Schälchen parat haben
    - Metallfläche abkleben/maskieren
    - Netzteil (ausreichend dimensioniert, Computernetzteil 12V mit >10A reicht dicke)
    - Plus ans Werkstück
    - Minus an das was du in der Hand hast (feuchtes (Salzwasser) Ohrenstäbchen (Qtip), Stück Metall)...
    - Salzwasser aufs Werkstück (drumherum einen Damm bilden mit Knete o.ä., ich hab Panzertape geklebt und hochgeklappt)
    - Mit dem was du in der Hand has (QTip, Metallstück) im Salzwasser über der zu ätztenden Stelle schweben, es brutzelt und ätzt. Dauert nen bisschen.
    -- Den Qtip öfters mal im Salzwasserschälchen "reinigen", wenn er komplett schwarz ist nen neuen nehmen.
    -- Mit nem Stück Metall gehts effektiver, aber Achtung, hier wirklich nur schweben! Sobald man das Metall berührt gibts logischerweise nen Kurzschluss den nicht jedes Netzteil verträgt :)
    - Solange drübergehen bis die gewünschte Tiefe erreicht ist. Fertig.


    Hier mal noch drei Bilder von meinen Übungsversuchen am Schrottmesser:



    Wie man sieht ist sauberes Abkleben das A und O. Die Kästchen bspw. sind mit dem Cuttermesser einfach ins Malerkrepp geschnitten, das unterläuft die Maskierung. Das MS ist auch auf dem Übungsmesser mit Nagellack, solange er noch nicht fest ist kann man da gut reinmalen (Zahnstocher o.ä.).


    So, das ist natürlich nur die Bastellösung... Professioneller würde man bspw. das komplette Werkstück elektrisch nicht leitend abdecken (bis auf die Maskierung), Plus ans Werkstück, und das dann in ein großes Gefäß mit Salzwasser legen und eine Kathode ins Wasser hängen. Galvanik... Das Metall was aufgebracht werden soll wandert von Plus zu Minus. Wir wollen Edelstahl vom Werkstück an der Kathode aufbringen, was ihn am Werkstück unweigerlich abträgt.


    Aber wie gesagt, Hauptproblem ist die Maske. Da experimentiere ich im Sommer oder so mal mit verschiedenen Klebefolien rum. Der erste Copyshop hat bezüglich Plottens von kleinen Details aber schon abgewunken... Das kriegen die Schleppmesser nicht hin. Vielleicht probier ichs mal mit Lasern.


    Grüße
    Martin


    P.S. im Video tupft er mit Papier oder so. Ich habe bessere Ergebnisse erzielt mit der oben beschriebenen Variante, also reichlich Salzwasser auf dem Werkstück und den Strom ins Wasser bekommen.
    P.P.S. Vielleicht noch kurzer Sicherheitshinweis. Die entstehenden Dämpfe sind nicht ganz ohne. Bei der simplen Bastelaktion mit QTip würd ich mal zum nicht einatmen raten, gut Lüften. Bei größeren Experimenten bitte bedenken dass je nach Metall - Flüssigkeitskombination gefährliche Gase entstehen können. Bei der Reaktion wird Wasserstoff (Knallgas...) freigesetzt. Wenn man so wie erwähnt Kochsalz ins Wasser schüttet (damit es leitfähiger wird) kann statt Wasserstoff auch Chlorgas bei rumkommen. Alternative zur Kochsalzlösung wäre Natronlauge. Bei Verwendung von Edelstahl können Chromverbindungen entstehen die auch nicht so gesund sind. Also im freien machen oder sehr gut lüften. Atemschutz, Augenschutz und Hautkontakt vermeiden. So, das sollte hoffentlich alles abdecken

    Hi,


    Kenne einige Leute die nutzen beim Löten gar keine Schutzrbrille. In unserer Werkstatt hängt eine stinknormale Sonnenbrille die zumindest von einer Person zum Löten verwendet wird.
    Mir persönlich ist das, gerade bei längeren Lötsessions, zu hell und anstrengend für die Augen. Ich hab vor vielen vielen Jahren im Obi sone billige Schutzbrille geholt, wie die hier: http://www.ebay.de/itm/Schweis…hutzstufe-5-/291584207132 (vielleicht ists sogar genau die) Stärke 5. Die leistet bisher treue Dienste, man sieht genug, die Augen sind geschützt, nicht angestrengt. Tragekomfort könnte besser sein, man hat schöne Abdrücke danach... Bin Brillenträger, passt auch über die Brille problemlos. Gläser zum hochklappen ist tatsächlich ganz angenehm, geht halt schneller als Brille hochschieben/abnehmen.


    Letztens kam mir in den Sinn, ich könnt auch den Automatikschweißhelm nutzen. Den kann man auch weit genug runterregeln. Das könnt ich also irgendwann mal ausprobieren. Aber sieht halt so overized aus zum Löten...


    Grüße
    Martin

    Hi


    das Ergebnis gefällt. Der Weg dorthin (Dremel) ist allerdings recht aufwändig, dafür ists ein Unikat in quasi Handarbeit (mal vom Dremelmotor abgesehen).
    Vielleicht noch ne Idee dazu: Ich hatte bei meiner "License plate" das ganze per elektrischem Ätzen gemacht. (Youtube, tausende von schlechten Beispielen unter dem Suchbegriff "electrical etching"). Braucht nur ne Spannungsversorgung (12V Computernetzteil in meinem Fall) und Salzwasser. Funktioniert auch mit CrMo/Edelstahl super.
    Die Tonertransfervariante ist fürs Auftragen der Maske super einfach, dafür ist das Ätzen mit Chemie ziemlich nervig wenn man diese nicht im Haus hat/entsorgen möchte. "Mein" Variante hingegen ist vom Ätzen her super einfach und Chemiefrei, hier ist eher das Problem das Auftragen der Maske. Das Beispielbild entstand ganz banal mit Nagellack, experimentiert habe ich auch schon mit Panzertape u.ä.. Fürs nächste mal suche ich einen Anbieter (Werbeindustrie oder so) die mir selbstklebende Folien plotten können, sodass die Maske in die Folie geplottet wird. Dann nur noch aufkleben, Ätzen, abziehen, auslegen, fertig.
    Hier ein Bild, der untere Teil (MS) ist geätzt:


    Grüße
    Martin

    Hi Patrick,


    Mensch, jetzt wo du es sagst erkenn ich es auch auf den Bildern :) Ok, dann wird das wohl nix. In der Werkstatt gibts keine Gefriertruhe, die zu Haus ist zu klein und bis zur Werkstatt hätt ich wieder Wasser...


    Also schau ich weiter :)


    Grüße,
    Martin

    Hi,


    nette Biegungen.
    Mit was hast du die Rohre gefüllt? Und wie abgedichtet? Verschweißt?
    Wie sind die Gleitböcke und die Holzform gefertigt? (Such ne Idee wie ich es mit meinen Maschinen hinkriegen könnt, mal sehen wie du es gemacht hast)


    Viele Grüße,
    Martin

    *altenThreadAusgrab*


    Hi zusammen,


    Ein paar Sätze zu oben genannten Bearbeitungsmethoden nochmal, weil ich beim letzten Rahmen bissl drauf geachtet hab.
    1. Biegen: hier mal meine "Variante" wie ich beim Einsatz des oben genannten Biegers sicherstelle, dass Mehrfachbiegungen in der selben Ebene erfolgen.

    Im Bild links ist eine kleine (3mm?) Stange, die rechtwinklig durchs Rohr gebohrt und mit Klebestreifen gegen herausrutschen gesichert ist. Beim Biegen nun einfach schauen dass die Stange immer Horizontal is (egal ob nach oben oder unten), somit kommen Mehrfachbiegungen in eine Ebene und nicht kreuz und quer durch den 3dimensionalen Raum. Beweisfoto:


    2. Ursache der komischen Stellen im Phosphatierungsbad:
    hab ein paar Versuchsstücke reingeschmissen, Ursache für die komischen Ablagerungen ist nicht vollständig entferntes Flussmittel! Und zwar bereits erwärmtes (nicht zwangsweise glasig, Nasen/Ausläufer führen auch zu dem Resultat, aber es muss warm gewesen sein). Kaltes (frisch aufgetragen oder getrocknet ohne Erwärmung) Flussmittel führte nicht zu den Ablagerungen.
    Diese sind übrigens nicht ohne wie ich am Radl feststellen musste. Lässt man sie "länger" (2Tage) drauf, frisst es an diesen Stellen regelrecht den Stahl auf. Sah aus wie rausgeätzt.
    Aja, bevor jemand sagt "Flussmittel macht man ja eh weg". Das passierte meist mit nicht sichtbaren Rückständen, gereinigt war, nur nicht gründlich genug. Außerdem dacht ich die Reste gehen beim Wässern weg, aber wohl nicht beim Wässern in der Phosphatierlösung...


    und 3. Haltbarkeit der Phostphatierlösung:
    Gut um Raw Teile zu Schützen? Ja und Nein :). Der Kerzenständer hat bis heute keinerlei Rost angesetzt (knapp 2 Jahre, gutes Ergebnis). Wird über das gesamte Jahr regelmäßig verwendet und mit Handschweiß angefasst, das macht ihm nix.
    Am Fahrradrahmen funktioniert das auch, jedoch nur solange man nicht soviel schwitzt wie ich :) Da wo mein Schweiß auf den Rahmen getropft ist gab es bereits am Ende der Ausfahrt schon großflächigen Flugrost.
    Für Werkzeuge, Vorrichtungen, kleine Kunstwerke also denk ich zu gebrauchen, für Dinge die intensiv Wasser und schweiß ausgesetzt sind reicht es nicht.


    Grüße
    Martin

    Hallo zusammen,


    na dann will ich nun auch mal kurz was zu meinem neuen Radl schreiben, vereinzelte Fotos sind ja in anderen Threads schon durchgesickert.
    Nach Mehrjährigem Ausflug in die Welt der Vollgefederten Sofas stand für mich fest ich brauch wieder ein Hardtail. Einfach viel direkteres Fahren. Soll natürlich alles können, von langen Touren bis bergabschroten.
    Rausgekommen ist das unten in Bildern abgebildete Werk. Aktuell ne 150er Gabel drin, 160er stünd ihm sicher besser hatt ich aber nicht. Super im Bergaufklettern (Da wo ein Trailfox abhebt, sitzt man hier immernoch relaxt), Langstrecke steckt man relaxed weg und bergab kann man mit weichen Beinen über jede Unebenheit drüberbügeln, bis 0,5m Drop hab ich getestet, mehr gabs noch nicht.


    Genug Text, nun ein paar Bilder:
    Probeaufbau:

    Die Variante bin ich unlackiert eine Woche gefahren, lag bei uns im Phosphatierungsbad, sonst kein Schutz. Hält eigentlich ganz gut, nur Schweiß verträgt es gar nicht, da gab es sofort Rostflecken


    Also ab zum Pulvern, hier mal ne Lackstudie (Anthrazit mit irgndnem Effekt, Matt):


    Detail Bremsaufnahme und Licenseplate:


    Fertig aufgebaut:


    Und in freier Wildbahn:


    So, das wars an Text erstmal, grad nicht viel Zeit. Falls jemand noch Infos möchte, einfach Fragen, paar Aufnahmen vom Aufbau hab ich auch noch falls was spezifisches gezeigt werden soll.


    Grüße
    Martin

    Hi zusammen,


    kurzes Update zum Thema Neusilber und Bremsaufnahme. "Schuster bleib bei deinen Leisten" heißt es. Hätt ich es mal wie die Schuster gemacht :(. Gestern die Bremsaufnahme mit Neusilber angelötet (natürlich ohne Neusilber Probestück vorher...). Die Bremsaufnahme ist 6mm dicker Stahl. Der Teil der auf der Sitzstrebe lief ging noch ganz gut, schluckt halt brutal viel Hitze die Aufnahme. Aber dann... die Kombination aus massiver Aufnahme, massiven Ausfallende, Wärmeabführender Dummyachse, Wärmeabführender (Alu) Positionierhilfe für die Aufnahme... der Supergau. Keine gescheite Benetzung, kein Fluss, stattdessen unmotivierte Klumpen von Neusilber. Grummel. Das werd ich die Tage wohl nochmal reparieren, mit Messing. Das Abschleifen des Neusilbers wird ein Spaß :(.
    Hätte, hätte Fahrradkette. Mit Messing hätte ich weniger Stress gehabt :)


    Grüße
    Martin

    Hi Georg,


    ja, man kann durch eine entsprechende Reihenfolge den Verzug minimieren :) Aber da bin ich noch am experimentieren und nicht der idealste Ansprechpartner.
    Ich hefte in der Lehre und filletiere dann außerhalb fertig. Ich hefte nach Möglichkeit mit 4 Punkten. Hierbei hefte ich "vom Rohr aus gesehen erst die Täler der Gehrung". Beispiel Tretlager: rechts, links, vorn, hinten. Der Heftpunkt zieht beim Abkühlen in seine Richtung. Die Zeit zwischen zwei Heftpunkten muss also möglichst gering sein, damit der Heftpunkt nicht abkühlt und zu Verzug führt, welchen man dann gegenüber brav anheftet.
    Nach dem Heften halte ich beim Löten eine spezielle Reihenfolge für nicht mehr so relevant. Ich löte wenn es geht auch in einer Richtung durchweg rundherum. Entscheidend ist, dass überall die gleiche Menge Wärme eingebracht wird über den selben Zeitraum. Also nicht auf der einen Seite 10min rumtrödeln und die andere in 30s fertig haben. Achja, ich halte die gesamte Arbeitsgruppe "kurz vor Arbeitstemperatur". Beispiel Tretlager erwärme ich das gesamte Tretlager, nicht nur die Oberseite. So hatte ich es mal bei (wer wars?) gesehen. Er hatte den gesamten Bereich recht lang vorgewärmt und dann ratzfatz durchfiletiert.
    Ansonsten, fürs Schweißen bspw., gibt es noch die Quadrantentechnik. Da hatte (wer wars?, man bin ich vergesslich) mal ein paar Analysen auf youtube gepostet (den Verzug per Laserpointer an eine entfernte Wand dargestellt) und kam zur angehängten Reihenfolge als Optimum (durchschweißen, vorher geheftet). Ich würd gern die Quelle angeben, aber kanns leider nichtmehr, sorry. Habe mir nur den Screenshot aus dem Video gespeichert und keinen Link.
    Meine Werkstatt ist in Stuttgart, also recht weit weg. Gibt es noch andere Rahmenbauer in deiner Nähe? Die Karte gibts ja hier leider nichtmehr, oder? Auf http://stahlrahmen-bikes.de/ gibts auch noch ne gute Liste deutscher Rahmenbauer. Radläden machen sowas nichtmehr, da war ich vor Jahren schon froh jemanden mit 1 1/8" zu finden. Jemand der nun die ganzen neuen Standards abdeckt dürfte es nicht geben, bleibt also nur Rahmenbauer in der Nähe finden, Fräser kaufen, oder der Ausspindelversuch :).


    Grüße
    Martin

    Hi


    die Ausfallenden (egal welche) sind halt im Vergleich zum restlichen Geröhr immer reht massiv und dick. Daher brauchen sie viel Wärme. Wenn man sie zuerst an die Kettenstrebe lötet, hat man schonmal einen Schritt mit viel Hitzeeinwirkung hinter sich gebracht, ohne dass dabei Verzug irgendeine Rolle spielt. Ausfallende an Kettenstrebe kann man ja problemlos richten.
    Ich hatte diesmal hierbei auch nur die Anpassung ans Ausfallende an die Kettenstreben angebracht (und natürlich gebogen). Die Gehrung fürs BB habe ich erst nach dem Löten angebracht, um sie perfekt anzupassen. Hatte ein wenig Bedenken, dass wenn ich die Gehrung schon vorher anbringe und sich dann etwas verzieht und ich nacharbeiten muss, dass ich "kostbare mm" nacharbeiten muss und die Kettenstrebe so kürzer als geplant wird (hoffe ist verständlich geschrieben). Ob das so sinnvoll ist weiß ich nicht, vielleicht probier ich es beim nächsten Mal anders.


    Hab grad nochmal Neusilber mit Messinglot verglichen... Hatte es wohl falsch in Erinnerung. Ich war der Überzeugung, dass Neusilber einen niedrigeren Schmelzpunkt hat, aber das ist nicht der Fall. Habe schon lang nicht mehr mit Neusilber gearbeitet, hab es letztens erst aus meiner alten Werkstatt in meine neue mitgenommen. Meine Erinnerung sagt mir, dass Neusilber nervig beim Nachbearbeiten war. Messing fließt super und liegt mir gut, deshalb mach ich damit alles.
    Unschlüssig bin ich nun noch bei der Bremsaufnahme. Mal schaun ob es Neusilber oder Messing wird.
    Verstärkungsringe (Steuerrohr, Sattelrohr) löte ich mit Silberlot direkt am Anfang auf. Auch die Sattelklemmung habe ich diesmal mit Silber gelötet, Erfahrung dazu kann ich dann in paar Jahren schreiben :)


    So ein "Drehteil" für den Achsdummy steht auch auf meiner Arbeitsliste für demnächst :) Diesmal wollt ich schnell fertig werden, aber mein Dummy zentriert auch nur auf der Konusseite, die andere ist per Augenmaß jedesmal neu zentriert worden.


    Die Kettenstreben an die Ausfaller... ja, das war ziemliches Gefrickel. Da muss ich bei Gelegenheit noch mit den erfahreneren Werkstattkollegen reden, optimal war das noch nicht. Hab leider kein Bild von dem Krampf, ich versuch mal es in Worte zu fassen:
    - ich habe die Kettenstreben ca. 3cm länger gelassen als nötig
    - ein dummy Tretlager in die Lehre gespannt (Rahmen nciht in der Lehre in dem Moment)
    - die Ausfallenden mit Dummyachse in die Lehre (hierbei den Winkel der Ausfaller zum Tretlager minimal nach oben gedreht, Grund siehe nächster Schritt)
    - Kettenstreben vorn AUF das Dummytretlager gelegt und hinten entsprechend an die Ausfaller, somit waren sie stabil fürs Löten in der Lehre und man kann am Dummylager die seitliche Ausrichtung der Streben betrachten (somit gingen für diesen Lötvorgang die Streben vorn ca. 2cm höher als später, daher die minimale Winkelanpassung am Ausfallende, damit die Ausrichtung des Schaltauges passt)
    - hatte noch ein kleines Blech welches die Kettenstreben miteinander fixierte und in einer Ebene hielt.
    - dann geheftet in Lehre und außerhalb fertig gelötet


    Man merkt beim Lesen schon, dass das Wirr ist. Ist der erste Rahmen in dieser Lehre für mich, hatte vorher ne Eigenbaulehre die auf dem Tisch lag, da war alles anders.
    Wie gesagt, dass muss ich hier mal noch klären wie das besser geht. Vielleicht beim nächsten mal die Gehrung fürs BB doch schon machen, dann kann man die Streben normal einklemmen. Ich fände eine Haltestange oder so zwischen BB und Ausfaller ganz schön um beide Streben auf Höhe zu haben und im nicht-gelöteten Zustand Unterstützung zu geben. Man könnt natürlich die Ausfaller auch außerhalb der Lehre Löten denk ich.


    Sobald ich die Excenter probiert habe, gebe ich nochmal Rückmeldung!


    Grüße
    Martin

    Hi,


    bin zwar nicht der Threadersteller, aber hab gestern erst die X12 Ausfaller verlötet, daher hier mal mein Kommentar :)
    Hab die Ausfallenden mit normalem Messinglot gelötet (Fontargen A 210, L-CuZn40) wie den restlichen Rahmen auch. Außer Verstärkungsringe, Anlötsockel, Bremsaufnahme ist alles mit Messing gemacht. Mit Silber hätt ich bei dieser stumpfen Verbindung Bedenken. Neusilber dürfte gehen denk ich.
    Genauigkeit muss in der Tat minimal besser sein als bei anderen Ausfallern wo man evtl. nachschleifen könnte oder so. Aber das geht. Wichtig ist ne stabile Dummy Achse die während des Bauens für Abstand sorgt und bündig anliegt an den Ausfallern.
    Ich mache erst Ausfaller --> Kettenstreben. Dann nochmal Biegung prüfen (dürft sich nichts geändert haben). Dann Kettenstrebe (mit Ausfaller) an BB. Wichtig, wie beim restlichen Rahmen sind möglichst perfekte Gehrungen, die müssen passen. Wenn die Gehrung gut ist kommt schonmal kaum Verzug in der Länge zustande. Kann also nur passieren dass sich die Kettenstrebe verbogen hat, das geht schnell wenn du auf einer Seite die Wärme länger hälst als auf der anderen.

    So sollte es nun aussehen. In diesem Zustand muss gerichtet werden! Ob kalt oder mit der Flamme ist deinen Vorlieben überlassen. Wichtig ist, dass die Kettenstreben nun perfekt ausgerichtet sind, wenn die Sitzstreben drin sind kannst du richten vergessen.
    Als letztes dann die Sitzstreben einpassen, wieder auf perfekte Gehrungen achten. In dem Schritt hat sich bei mir eigentlich noch nie was verzogen.

    Hab im Bild mit Paint mal schnell ne Mittellinie eingezogen. Das Rad steht gerade, kippt also nicht oben/unten zur Seite. Allerdings ist es von vorne/hinten minimal schief. um genau zu sein 1.5mm, bei genauem Hinsehen kann man es auf dem Bild erkennen.
    Hier gibts nun 2 Möglichkeiten:
    - Entweder man lebt damit (ist ja minimal)
    - es gibt exzentrische Gewindeinserts für die Ausfaller, damit kann man kleine Schiefstellungen ausgleichen, die probier ich sobald sie geliefert sind mal: https://www.bike-components.de…-12-Gewindeinsert-p24464/


    Die Tips nochmal zusammgefasst:
    - perfekte Gehrungen!
    - gleichmäßige Wärme rund ums Rohr
    - Reihenfolge: X12->Kettenstrebe; Kettenstrebe->BB; Richten; Sitzstrebe (hier hab ich X12 umd Sattelstütze recht zeitnah geheftet, kein richten zwischendrin)
    - aja, mit der Hitze aufpassen. Die Ausfaller sind massiv und schlucken viel Hitze, also gezielt erst diese Erwärmen und dann erst die Rohre


    Grüße
    Martin


    P.S. Sorry für die miesen Bilder, Handy, dreckige Linse...

    Hi,


    je nach Lötskills wird sich das Rohr leicht ovalisieren, bei mir jedenfalls immer ein bisschen :) Vorher auf Zielmaß ausdrehen ist also nicht zielführend, danach hast du ein ovales Rohr und kein Fleisch mehr zum nacharbeiten.


    Wie schon erwähnt haben fertige Steuerrohre immer Aufmaß damit sie nach dem Löten/Schweißen auf Maß gefräst werden. Das Aufmaß an sich ist recht unterschiedlich. Das Henry James MHT44 Rohr hat "recht viel" Aufmaß, die Paragon Steuerrohre weniger. Kenn jemanden der die Paragon Rohre ohne Nachfräsen direkt einsetzt (allerdings WIG geschweißt). Beim MHT44 hat man keine Chance ohne Nacharbeit nen Steuersatz einzupressen.


    Kurze Zusammenfassung der Odyssey meines letzten Rahmens:
    - Ausspindeln auf der Drehbank: ging nicht. Meine Drehe (Compact8) ist einfach zu klein, auf den Minischlitten war es mir nicht möglich den Rahmen stabil und geometrisch korrekt zu spannen. --> Viel Zeit verloren, viel Frust, kein Erfolg
    - günstig an ne 44mm Handreibahle gekommen, aus Spaß ausprobiert: das Ding ist ein Trümmer, Riesenteil, schwierig anzutreiben. Die HSS Reibahle hat in dem harten CrMo Stahl nicht geschnitten. bin mit unglaublich viel Kraftaufwand so 20mm reingekommen (die Ahle hat einen Anschnittbereich der >30mm ist, also nichtmal den Anschnitt geschafft) --> Viel Zeit verloren, viel Frust, kein Erfolg


    ---> Schnauze voll, in den sauren Apfel gebissen und Fräser gekauft. 2min Fräsen und die Sache ist erledigt. So muss es sein. Die Investition ist es Wert, wenn man die Zeit für den Pfusch gegenrechnet.


    (bin zu weit weg von dir, sonst hätt ich gesagt komm vorbei zum Fräsen)


    Grüße
    Martin