Beiträge von polente

    Ahoi alle miteinander.
    Nachdem mich Patrick (rennofen) hierher ins rahmenbauforum eingeladen hat, möchte ich euch mein aktuelles Projekt vorstellen, mit dem ich bereits seit letztem Jahr, seit ich meinen ersten Rahmen gelötet habe, schwanger gegangen bin.


    So hab ich mir folgende Ziele gesteckt:
    Rohloff-MTB!
    Starre Segmentgabel, suspension corrected!
    Scheibenbremsen!
    Excentrisches Tretlager!
    Bergrad- und Reiseeinsatz durch Anlötteile für Schtuzbleche und ähnliches Gedöns!
    Aufregend!



    Mittlerweile steht das Projekt auf Rädern, hat die Erste Tour mit vollbepacktem BOB Yak Anhänger hinter sich. Um all die mir gesteckten Ziele zu realisieren, bin ich einen langen Weg gegangen. Ich war bei Dietmar Hertel in Frankfurt auf dem Rahmenbaukurs, hab mir bei Phil Wood Halflink-Excenter bestellt, meine olle Rohloffnabe auf Scheibe umgerüstet und vieles mehr...


    Da ich das Projekt im eingangradforum in Kapitelform in mehreren einzelnen Beiträgen vorgestellt hab, werde ich diese hier eins zu eins übernehmen. Das kommt auch der besseren Lesbarkeit zugute.


    Viel Spaß beim lesen und Bildergucken. Und schon geht’s los mit dem...

    Schickes Teil. Und wahrscheinlich auch geländetauglich bei den soliden Verstrebungen. Sagtest du nicht was von Federgabelgeometrie?
    Was wiegt denn der fertige Rahmen?

    Hallo,
    ich heiße Stephan, und ich bin süchtig. Fahrradsüchtig. Als mich anfang der Neunziger die Sucht so richtig gepackt hatte, gab ich mein Studium auf, um als Mechaniker in einem Bochumer Fahrradladen einzusteigen. Das machte natürlich alles nur noch schlimmer. Jeden Tag all dies tolle Metall um mich herum, ständig ölige Finger, und das schlimmste war: ich wurde jetzt sogar dafür bezahlt!
    Doch die Sucht trieb mich immer weiter: 2007 gelangte ich auf verschlungenen Pfaden ins die sogenannte "Selbsthilfegruppe" im benachbarten eingangradforum, woraufhin ich meine Bikeflotte nach und nach ihrer Schaltungsantriebe entledigte. Von nun an traf ich mich immer öfter mit anderen Süchtigen, teils öffentlich und in großen Bekennnergemeinden wie dem SIS in Weidenthal, teils heimlich nachts im Wald, um dort mit selbstgebastelten Flutlichtanlagen der gräßlichen Sucht zu frönen.
    Doch all das reichte mir noch nicht. bereits anno 2000 las ich zum ersten mal das satanische Werk "Fahrradrahmenbau" des berüchtigten Velosophen Christian Smolik. Seit dieser Zeit wollte mich die Idee des selbstgelöteten Rahmens nicht mehr loslassen. Durchdrungen von diesem zehrenden Wunsch und angestachelt durch andere Süchtige, vor allem aus dem oben genannten eingangradforum, besorgte ich mir 2010 das nötige Besteck wie Werkbank, Lötbrenner und Rahmenbaujig, wobei ich fast meine gesamte Habe dafür opferte, um nun endgültig in die tiefsten Tiefen meiner Sucht vorzudringen.
    Seither habe ich mich bereits etliche Male am Stahlgeröhr vergangen, Muffen penetriert und mein Lot auf verschiedenste Arten zum Fließen gebracht. Vieles ist seither geschehen, und vereinzelt öffnete ich mich meinen mitleidenden im eingangradforum, als mich jüngst in der benachbarten Selbsthilfegruppe ein anderer Süchtiger ansprach und zu den Treffen hier im Rahmenbauforum einlud.
    Nun bin ich endlich bereit, offen über mein schändliches Tun zu sprechen. Ich werde kein Blatt vor den Mund nehmen und hier öffentlich Stellung nehmen zu meinen Bratereien. Ich hoffe, den hier Anwesenden Süchtigen als schlechtes Beispiel und Abschreckung zu dienen. All jenen, euch, rufe ich zu:
    "Versucht das bloß nicht zuhause. Ihr seht ja, was das aus einem Menschen macht."



    Das da bin ich in meiner eigens eingerichteten Löthöhle. Hier verbringe ich mehr meiner freien Zeit, als gut für mich ist.