Beiträge von polente

    Viele komplizierte Dinge haben eine denkbar einfache Lösung:
    Als ich gestern früh auf der Toilette saß und über das Gabelproblem sinnierte, da hatte ich einen Moment der Klarheit. Auf einmal wusste ich, wo mir der Effekt schon einmal begegnet war. Vor einiger Zeit bin ich mit einem anderen Rad eine zeitlang mit Schleichplatten gefahren, Immer wenn der Reifendruck zu niedrig war, dann hatte ich diesen Effekt des In-die-Kurve-Reinziehens auch. Der Reifen walkt bei zu wenig Druck in der Schräglage seitlich weg und lässt die Felge ins Kurveninnere absacken.
    Also habe ich den Reifendruck von 0,8 auf 1,8 bar erhöht und voila: das Rad legt sich astrein in die Kuve.


    Wenn nur alle Probleme so einfach zu lösen wären....

    Aus aktuellem Anlass, und weil der Titel so schön passt, hole ich diesen älteren Thread mal wieder hervor.
    Ich bin in den letzten Zügen mit meinem Fatbike-Projekt, will sagen, es ist zur Probefahrt aufgebaut.
    Ich habe einen Steuerwinkel von 71°, eine Gabeleinbaulänge von 445mm, Vorbau 68mm (!) und Nachlauf 57mm.
    Ich habe mich für die starke Vorbiegung entschieden, um den Nachlauf moderat zu halten; mehr als 60mm wollte ich auf keinen Fall. Als MTB sollte das Fatbike hinreichend wendig bleiben.


    Nun fällt mir beim Fahren folgerndes auf:
    Das Rad "zieht sich in die Kurve rein", ich kann es nicht anders beschreiben. Sobald ich leicht in die Kurve gehe, will das Rad in einen immer enger werdenden Kurvenradius, so dass ich mit dem Lenker leicht gegensteuern muss.
    Das ganze erinnert ein wenig an den Effekt, den man von jenen Experimenten kennt, wenn man früher versucht hat, eine Federgabel in ein MTB ohne Federgabel-Geometrie einzubauen. Es ist aber auch deutlich anders. Während bei dem zuletzt genannten Fall die Gabel regelrecht abkippt, ist es in meinem Fall wirklich ein sanftes "in-die-Kurve-Ziehen".


    Folgende Theorie hat mir Patrick aufgestellt:
    durch den starken Rake bewegt sich das Laufrad beim Einlenken aus der Spur heraus und forciert so das In-die-Kurve-Fahren.


    Das hört sich erst mal plausibel an; selten haben Gabeln eine Vorbiegung von mehr als 55mm. Jedoch habe ich beim recherchieren mindestens eine Gabel (auch von einem Rahmenbauer) mit 70mm Vorbiegung gefunden. Vielleicht ist meine Vorbiegung also doch nicht so ungewöhnlich.


    Mir ist noch etwas eingefallen, was mit der Geometrie der dicken Reifen zu tun hat. Beim in die Kurve Fahren wandert der Auflagepunkt des Reifens auf die Straße ja auch auf der Reifenoberfläche nach oben, also auf einen kleineren Radius. Das ist zwar prinzipiell bei jedem Reifen so, aber bei einem 3,8" Surly Knard eben stärker als bei herkömmlichen Reifen. Das könnte den Effekt auch auslösen.


    Und hier seid ihr gefragt:
    Wie sind eure Erfahrungen mit Gabelvorbiegungen? Oder mit dem Kurvenverhalten von Fatbikes? Wer von euch kennt dieses Phänomen oder hat schon mal etwas vergleichbares erfahren?


    Eine Probefahrt im Gelände steht noch aus. Auf der Straße oder auf Schotter / Feldwegen stört es mich nicht sonderlich, ich finde es sogar ganz nett. Es fühlt siech dadurch extrem wendig an. Aber wer weiß? Vielleicht ist es ja im schweren Geläuf doch hinderlich...


    Gute Grüße aus Bochum,
    polente

    Wow, jetzt bin ich neidisch. Schöne Drehbank!
    Ich würd dich gerne mal besuchen in deiner Werkstatt. Dortmund ist ja nicht weit von Bochum, quasi umme Ecke.


    Das hier ist das vorläufige Ergebnis meiner Bastelkünste. Es fehlen noch die Rollen und der Kurbalantrieb.
    Ich hab gedacht ich versuch es mal mit Rollen mit 70mm Durchmesser. Für größere Rollen wäre das Chassis zu klein. Ist aus nem 200*70mm U-Träger geschnitten.




    Kannst du noch mal versuchen, mir zu erklären, wie du deinen Radienmeißel gebaut hast? Das mit der Kurel und dem 170° Schwenkbereich habe ich verstanden, aber wie hast du den Meißel befestigt?
    Was ist es für ein Meißel?
    Kannst du die Radien einstellen oder hast du einen definierten Radius?
    Hast du dir ne Passschablone gebaut oder mit nem 31,8er Rohr geprüft?


    Bestes aus Bochum,
    polente

    Hi MiWi,
    tolle Biegemaschine, etwas ähnliches bau ich auch gerade. Ich hab mich vom "large radius bender" von denen hier http://www.pro-tools.com/ inspirieren lassen. Das Teil ist mir aber eindeutig zu teuer.
    Bei meinem ersten Rahmen mit gebogenem Rohr hab ich bei unserem lokalen Stahlbauer biegen dürfen, der hatte so was ähnliches:
    http://www.maschinensucher.de/…aschine-Klaeger-BR71.html


    Beim dritten Biegeversuch haben wir das Rohr mit Sand gefüllt, nachdem die ersten beiden eingeknickt sind. Rohrdimension: 31,8*0,9mm, Biegeradius: 550mm, Biegewinkel: 22°


    Daraus wurde dan diese Schönheit:


    Ich hab dem Stahlbauer damals nen dicken Schein dafür geben müssen, daher werde ich mir wohl für die Zukunft besser einen eigenen Rohrbieger bauen.


    Welche Durchmesser hast du für die Biegerollen genommen? Sieht aus wie irgendwas zwischen 60 und 70mm.



    Beste Grüße aus Bochum,
    polente

    Hallo Kai,
    vielen Dank für deine umfangreiche Antwort. Das mit dem Versuchskaninchen sehe ich auf jeden Fall genauso. Umso mehr schätze ich die Situation hier in der Schule, wo wir nach Herzenslust experimentieren können. Mittlerweile haben wir hier mehrere "Kupferlote" ausprobieren können; die besten Ergebnisse haben wir mit CuSi3 erzielt. Obwohl die Zugfestigkeitswerte von CuAl8Ni2 deutlich besser sind, ist es für uns eher ungeeignet, da es nur sehr zäh fließt und der Stahl sehr oft teigig wird, bevor das Lot läuft. Das mit dem formieren ist ein guter Tip, das werde ich hier auf jeden Fall noch ausprobieren.
    Ende Dezember werden wir zu Van Raam nach Holland fahren, um dort vor Ort mal mit den Rahmenbauern zu sprechen. Ich hab ein Foto in einem anderen Forum gesehen, da sieht es so aus, als ob die bei Van Raam eine Art automatischen Vorschub benutzen, der mit dem Wig-Brenner gekoppelt ist:
    http://images4.wikia.nocookie.…_Loeten_Fahrradrahmen.jpg
    In nächster Zeit werden wir hier Abreißversuche mit WIG-Nähten gegen flammgelötete Stumpfnähte machen. Und wenn ich binnen der nächsten Wochen genug Routine bekomme, werde ich wohl hier einen Rahmen mit WIG löten. Gegen Selbstversuche ist ja schließlich nichts einzuwenden.Es bleibt jedenfalls spannend.
    Viele Grüße aus Ffm,
    Stephan

    Zitat


    Hallo liebes Forum,
    nach langer Zeit der Abstinenz will ich heut mal wieder was posten.
    Ich besuche zur Zeit die Meisterschule für Zweiradmechaniker in Frankfurt/Main. Für diese Schule hab ich mich entschieden, weil hier im Rahmen des Vorbereitungskurses ein Fahrradrahmen gebaut wird und damit auch Schweißen und Löten unterrichtet wird. Außerdem hab ich im Frühjahr bereits hier den Rahmenbaukurs bei Dietmar Hertel besucht.


    Da wir hier eine hervorragende Ausstattung zur Verfügung haben konnte ich mittlerweile auch ein paar Erfahrungen mit dem WIG-Gerät sammeln, Mein Fazit bis jetzt wäre folgendes: sowohl Schweißen mit WIG als auch Löten mit der Flamme braucht Übung, ist aber kein Hexenwerk. Ich persönlich finde das Flammlöten einfacher, da man etwas mehr Zeit hat, bevor der Stahl Schaden nimmt. Wer eine ruhige und sichere Hand hat, wird aber auch mit dem WIG-Schweißen bald brauchbare Ergebnisse erzielen.


    Unser Rahmenbaulehrer hier in Ffm ist Dietmar Hertel. Zum Thema muffenloses Löten empfiehlt er "Neusilberlot" (das ist eigentlich auch eine CuZn-Verbindung, also eine Art Messinglot), welches im Hinblick auf die Zugfestigkeit dem Messinglot überlegen ist (Bsp. L-CuNi10 Zn42 hat 690 N/mm² Zugfestigkeit gegenüber L-CuZn40 mit 350 N/mm²). Ich hab beides ausprobiert. Meiner Meinung nach fließt das Messing etwas besser als das Neusilber, daher hab ich als Anfänger damit schneller Erfolge gehabt. Dennoch sprJesusquintanasicht die Festigkeit eher für das Neusilber.


    Nun zu den postings übers WIG-Löten (ich muss unbedingt mal lernen, wie man vernünftig quotet: das hier bezieht sich auf die postings von Julian, Patrick und Kai auf Seite 3):
    Ich konnte unter anderem auch mit WIG-Löten experimentieren. Aus meinen Gesprächen mit Dietmar Hertel habe ich bisher herausfinden können, dass die geeigneten Lote fürs WIG-Löten eigentlich Schweißzusätze fürs Schweißen von Kupfer sind. Diese "Kupferlote" haben im Gegensatz zu den herkömmlichen Hartloten keinen oder nur einen sehr geringen Anteil an Zink. Zink hat mit knapp über 900°C einen relativ niedrigen Siedepunkt, daher neigen die Lote bei der schnellen Erwärmung mit dem WIG-Brenner zum "verspritzen". Aus diesem Grunde nimmt man die Kupferlote.

    Mir ist aufgefallen, dass beim WIG-Löten der automatische Impuls sinnvoll ist, weil so die Gefahr des Aufschmelzens des Stahls (also der Rohre) verringert wird. Das Gerät hier in Ffm hat Gleichstrom, konstant oder pulsierend, kann bis 180 Ampère (mehr als ausreichend für unsere 1-2mm Wandstärken), und wir verwenden Argon als Schutzgas. Tatsächlich hab ich nach ein paar Versuchen schon so etwas wie eine saubere Naht hinbekommen, allerdings hapert es noch mit dem Fließen durch den Spalt. Aber ich werd noch viele Stunden üben können hier...


    Nun möchte ich ein paar Fragen an diejenigen stellen, die schon Erfahrungen mit WIG-Löten gemacht haben. Ich arbeite gerade an einem Referat über das WIG-Löten und die Frage, ob es für den Fahrradrahmenbau geeignet sei. Der einzige kommerzielle Großserienanbieter, der WIG-gelötete Rahmen im Programm hat, (zumindest der einzige, den ich gefunden habe) ist Utopia. Die wiederum lassen bei Van Raam in Holland bauen. Ich würde mich nun gerne mal mit jemandem unterhalten, der schon mal mit WIG gelötet hat, und der vielleicht schon etwas mehr Erfahrung gesammelt hat als ich.
    - Was nehmt ihr als Lote?
    - Welche Erfahrungen habt ihr mit Abreißversuchen?
    - Wie sieht es mit Verzug aus gegenüber Flammlöten mit Messing oder Neusilber?
    - Habt ihr schon mal mit Plasma gelötet?


    Ich würd mich über ne Telefonnummer per pn freuen, oder über Beiträge hier im Forum.
    Viele Grüße aus Ffm,
    Stephan

    Ahoi,
    ich besuche gerade den oben genannten Meistervorbereitungskurs. Ich werde zum Thema Produkthaftung bei handgefertigten Rahmen mal die Lehrer quizzen, vor allem den Herrn Hertel, der den Rahmenbaukurs und meines Wissens auch ein Gut Teil des praktischen Lehrgangs anleitet.
    Zur Zeit sind wir allerdings noch in Teil III und IV des Prüfungsvorbereitungslehrgangs, und die beinhalten überwiegend den wirtschaftlichen theoretischen Teil, Buchführung, Rechtsgrundlagen und Berufspädagogik. Ab Mitte Oktober beginnt der praktische Teil
    Gruß,
    ente

    Was wirds jetzt, Scheibe oder Canti? Wenn Scheibe, dann schmeiß ich noch mal Phils Halflink excenter in den Vorschlagpool. Bild und Bestellchart
    Du entkoppelst damit die Kettenspannung von der Scheibenposition, und der Halflink ist auch nicht so dick. (ca 50mm Außendurchmesser). Ich hab den u. a. in meinen roten verbaut. Die Lötung ist allerdings aufwändiger als gemufft. Du brauchst Neusilber oder Messinglot & das dazugehörige Flußmittel und vor allem ne höhere Verarbeitungstemperatur. Mach vorher ordentlich Probelötungen zum üben, bei mir hats auch nicht im ersten Anlauf geklappt.
    Auf bald in Bochum, denke ich. Jörg/Kosakenzipfel schaut auch vorbei, wenn du zum braten kommst. Wird bestimmt ein lustiges Wochenende ;o)

    Hallo da, noch einer.
    Ich bin auch für den Meisterkurs in Frankfurt eingeschrieben. Weißt du schon, wo du wohnen wirst?


    Zum Thema Rahmenlehren: ich hab eine bei ebay ersteigert, aber die ist recht fummelig einzustellen. Sie funktioniert mit vier Prismen und einer Haltevorrichtung für den Hinterbau.


    Herr Hertel (der mit dem Meisterkurs in Ffm) hat eine konstruiert und ebendiese für seine Kurse nachgebaut. Einfach, logisch und superschnell einzustellen. Ich hab nebenan bei der Vorstellung eigener Projekte Bilder vom Kurs gepostet. Hier noch mal die Lehre:


    Sitzwinkel, Sitzrohrlänge, Tretlagerabsenkung und Hinterbaulänge werden über die beiden Schienen rechts eingestellt. Danach braucht man ein Hilfsmaß "Oberrohrlänge unten gemessen", was sich aus der Oberrohrlänge, dem Steuerwinkel und der Gabeleinbaulänge ergibt. Mit dem Hilfsmaß stellt man mit der horizontalen Schiene am unteren Tischrand den Schnittpunkt der Geraden durch das Steuerrohr und der Grundlinie ein. Als letztes werden dann Gabeleinbaulänge, Steuerwinkel und Steuerrohrlänge eingestellt. Das ganze Einstellen dauert etwa 2 Minuten.
    Da Teil ist einfach und leicht zu bedienen und lohnt sich unbedingt nachzubauen. Ich muss mal gucken, wie ich meine vielleicht entsprechend modifizieren kann.

    Kapitel 5: das Rad


    Ein langer Schaffensprozess neigt sich dem Ende. Es ist fertig. Die Jungfernfahrt. Seht!




    Rohloff. Schalten. Kilometer. Regen. Wind. Grinsen im Gesicht. Meinsmeinsmeins. Sitzposition. Geometrie. Wohlfühlfahren. Bremsen. Gabel. Toll. Rahmen. Auch. Alles da, wo's hinsoll. Keine Zeit für Fotos. Später mehr....

    Kapitel 4: die Haut


    Das ist schnell erzählt, ich habs aus der Hand gegeben. Im benachbarten Hattingen ist die Firma IQ Oberflächentechnik beheimatet, dorthin hab ich Rahmen und Gabel zum Pulvern gebracht. Hattingen ist nicht weit, so dass ich mir den Rahmen auf den Rücken geschnallt hab und mitm Rad hingefahren bin. Damit ist die Lackierung zwar nicht mehr DIY, aber das Gefühl lokaler Gemeinschaftsarbeit ist noch da.
    Die Grundfarbe (Rohloffrot) war also gelackt, nun wollten die Banderolen aufgetragen sein. Also hieß es nun Abkleben, Anschleifen und mit der Dose drübergehen. Ein paar Pinselstriche noch, und schon sah das ganze so aus:



    Zwischenschritt mit Banderolen und Linierung


    An dieser Stelle kommt mein Kumpel Manni ins Spiel, der mir bereits bei meinem Erstlingswerk in puncto Layout und Optik ordentlich unter die Arme gegriffen hat. Dank seiner Arbeit sah das ganze bald so aus:







    Und so kommt eins zum anderen, und schon sind wir bei...

    Kapitel 3: die Gabel


    Kaum heimgekehrt aus Frankfurt, da galt es auch schon das neu Erlernte einzuüben und umzusetzen.
    Schließlich hatte der Meister uns die Kunst des Stumpflötens mit Neusilber gezeigt, und ich brannte schon darauf, die vor dem Kurs gemachten Fehler auszumerzen und die neue Technik zu vertiefen.


    Also tauchte ich ein in die Gebla-Seiten, um mir Anregungen für den Gabelbau zu holen, und machte mich sodann ans Werk.


    Die Schulterstücke, so befand ich, sollten in einem Winkel von 110 Grad auf das Schaftrohr treffen. Mit tubemiter, einem nützlichen kleinen tool, mit dem man Schablonen für die Gehrung für Rohr-zu-Rohr-Verbindungen ausdrucken kann) hab ich die beiden Gehrungen ausgeklinkt und dann mein Jig auf die Bedürfnisse angepasst. Den Tip mit tubemiter hatte ich aus dem eingangradforum, ich glaube auch von Patrick, den ihr hier als rennofen kennt. Danke noch mal



    ein bischen improvisiert, aber brauchbar


    So eigespannt konnte ich die Vorderseite von oben nach unten direkt durchlöten, anschließend den Rohling wenden und auf der Rückseite noch einmal das gleiche tun. Diese Stumpfverbindungen sind im Betrieb sehr hoch belastet, daher hab ich Neusilber genommen und eine sogenannte "Schweißlötung" so sagt zumindest Herr Hertel, angebracht. Wie oben erwähnt bedarf es hierzu eines besonderen Flußmittels mit Temperaturbereich von 800 bis 1100 Grad. Das verdammte Neusilber ist viel zäher als Silberlot und will erst nicht so richtig, daher hab ich erst an einfachem Geröhr geübt. Nach einigen Probelötungen geht es einem aber doch so einigermaßen gut von der Hand.


    Im zweiten Schritt habe ich dann die Ausfaller in die Gabelbeine eingelötet (Silberlot).
    Als nächstes wurde es wieder schwierig. Hier kommt wieder das Gabeljig zum Einsatz, dass ich letztes Jahr zusammen mit dem Papa meiner Freundin konstruiert hab.



    mühsam ernährt sich das Eichhörnchen


    Die Schulterstücke hab ich auf die Schnittlänge zu den Gabelbeinen gekürzt. Die Ausfallenden geben einen ganz leichten Schrägstand für die Gabelbeine vor (etwa ein halbes Grad je seite nach innen). Am Gabeljig hab ich die Vorbiegung der Gabel eingestellt und dann peu à peu die Gehrungen in die Schulterstücke gefeilt. Das war mit Abstand das Aufwändigste Unterfangen des ganzen Projekts. Ich hab im Netz geforstet, um ein Programm zu finden, dass eine Gehrungsschablone erzeugt unter Berücksichtigung eines weiteren, räumlichen Winkels (für die Gabelvorbiegung), aber bisher nichts gefunden, daher die umständliche Näherungsarbeit.
    Am Ende hat es dann aber doch geklappt. In gleicher Art und Weise wie vorher hab ich die Beine an der Vorderseite imJig durchgelötet, abkühlen lassen, und dann ohne Jig (aber mit eingespannter VR-Nabe) die Rückseite durchgelötet. Nicht schön, aber hält.


    Jetzt müssen noch obere Abdeckkappen für die Gabelbeine her (1mm Stahlblech), eine Diskaufnahme (6mm Bandstahl), eine Zugführung. Und schließlich noch der Aufschlagkonussitz (Hier noch einmal ein riesiges Dankeschön an Jolas Papa, der mir mal eben welche gedreht hat. Dankedankedanke!)
    All die Teile natürlich wieder mit Silberlot, um das Geröhr nicht zu sehr zu strapazieren und die Flucht zu erhalten.



    hier das Ergebnis



    und noch einmal von oben


    Eine Anprobe im Fahrradladen fehlte noch. Den Konussitz fräsen, die Ausfaller mit den Campa-Glocken etwas beirichten, und das sollte es eigentlich gewesen sein.
    Sollte.
    Wenn Kollege Barney nicht gewesen wäre.
    Der begutachtete nämlich mein Werk und ließ sich anschließend zu folgender Äußerung herab:
    "sieht aber nicht gut aus."
    Der A...!
    Aber er hatte recht.
    Es sah wirklich nicht gut aus.
    Es passte zwar alles, und immerhin wars ja auch mein erstes mal (mit Neusilber), aber schön war es wirklich noch nicht. Ich hätte es eigentlich so gelassen, aber der Barney hat mich bei meinem Ehrgeiz gepackt (Danke, Barney; manchmal bringt einen ein Arschtritt weiter als Lobhudelei!)


    Gut, dass alles so gekommen ist, sonst wäre ich nicht in den Genuss einer Nachbehandlung mit Silberlot gekommen. Ich hab die Oberfläche der Naht mit Schleifpaper blank gemacht, und anschließend bei geringer Temperatur Silberlot aufgetragen. Im Prinzip ist das das gleiche Verfahren wie das berühmte "fillet brazing" und das Ergebnis kann sich sehen lassen:



    leider ein bischen unscharf, aber die Nähte sind jetzt glatt wie ein Babypopo


    So, jetzt sind alle Nacharbeiten an Rahmen und Gabel abgeschlossen.



    fertig für Phase Fleisch



    noch einen näheren Blick auf die Ausfaller



    und die Excenterbuchse


    So, das wars mit dem Gabelkapitel. Freut euch mit mir auf ...

    Kapitel 2: der Rahmenbaukurs


    Bereits zu Beginn des Jahres hab ich mich also zu dem legendären Rahmenbaukurs bei Dietmar Hertel über die Handwerkskammer in Frankfurt angemeldet.
    Zur Zeit ist der Kurs nicht im Terminkalender, da die Kurse für 2011 bereits Geschichte sind.
    Zunächst sei erwähnt, dass in derr kurzen Zeit von einer Woche eigentlich keine speziellen Wünsche wie excentrische Tretlager oder gar selbstgebastelte Ausfallenden möglich sind. Wer jemals bei dem Kurs war wird das bestätigt finden. Eine Woche ist echt knapp!
    Ich hatte also mehrere Telefonkonferenzen mit Herrn Hertel, und schließlich erlaubte er mir meine Sonderwünsche unter der Bedingung, dass ich vor Kursbeginn in Heimarbeit eine passende Reduzierbuchse für das EBB anfertigen, die Ausfallenden vorbereiten und den Vorderbau heften sollte. In meinem Fall hat das funktioniert, da ich ja ein Jig zu Hause hab und bereits ein bischen Übung. Ein ganz kleines bischen. Und die hat mich auch nicht viel weiter gebracht, wie ich später sehen sollte.


    So begab ich mich also am 9. Mai nach Frankfurt, bepackt und entsprechend vorbereitet, um dort die Kunst des Rahmenbaus zu erlernen. Naja, daran zu schnuppern wäre vielldeicht treffender. Erste Gehversuche auf einem langen Weg...


    Hier nun also die Bilder vom Kurs:



    In Herrn Hertels Rahmenbauschule



    Thomas am praktischen und handlichen und vor allem überhaupt nicht lauten Rohrschneider ;o)



    Diese 1:1 Skizzen fertigt Herr Hertel nach den abgesprochenen Vorgaben der Kursteilnehmer an. Außerdem erhält jeder Teilnehmer ein Datenblatt mit allen relevanten Längen und Winkeln.
    Herr Hertel selbst arbeitet komplett ohne die Skizze, nur nach dem Datenblatt und mit einem von ihm geschriebenen Skript zur erzeugung der ganzen Längen- und Winkelangaben.
    Für uns jedoch war die Skizze überaus wertvoll.
    Anmerkung: in meinem besonderen Falle war ja eh alles anders. Ich arbeite ja mit dem Programm BikeCAD Pro, daher hatte ich nen kleinen Labtop dabei & hab jeden Tag gebetet, er möge bitte nicht ausgerechnet jetzt den Geist aufgeben, da ich weder ein Backup noch einen Ausdruck mit den ganzen Winkeln und Längen mitgenommen hab.



    Sebastian mit seinen ersten selbstgeschnittenen Rohren


    Hier fehlt leider ein wichtiges Bild, nämlich das von der überaus wichtigen Bandschleifmaschine. Herr Hertel hat einen Handelsüblichen Bandschleifer so präpariert, dass er an einem Ende Walzen in verschiedenen Dicken einsetzen kann, so dass ein Gehrungsschliff für unterschiedliche Rohrdurchmesser möglich ist. Darüber hinaus hat der Bandschleifer eine Haltervorrichtung, um das zu schleifende Rohr im entsprechenden Winkel anzuschleifen.
    Für mich, der ich bisher immer mit Handsäge und Feile gearbeitet habe, eine wahre Offenbarung an Arbeitsersparnis!



    mein vorbereiteter Vorderbau nebst Kettenstreben



    Nachdem der erste Tag vor allem eine gründliche Einweisung in die Maschinen und deren Benutzung beinhaltete, wurde am zweiten Tag der Vorderbau zurechtgeschnitten und zum Heften in der Rahmenlehre Vorbereitet



    Sebastian mit seinem vorderen Rahmendreieck, ready to go!


    In unserem Kurs waren wir zu fünft und hatten vier Rahmenlehren zur Verfügung, was ein rechter Luxus war. Normalerweise müssen sich immer zwei Leute eine Rahmenlehre teilen, und bis auf eine sind die Lehren doch recht komliziert einzustellen.
    Die komfortabelste Lehre stammt aus Hertels Feder und ist hier zu sehen:



    Hertels Rahmenlehre


    Der große Vorteil dieser Lehre ist, dass man sie innerhalb von zwei Minuten neu einstellen kann. Mit dem rechtes abgebildeten Ausleger stelle ich die Tretlagerabsenkung und die Hinterbaulänge ein (auf dem zylindrischen Ausleger kann ich zusätzlich noch die Einbaubreite justieren. Der Ausleger für das Sitzrohr hat eine Winkelskala von 71-74 Grad und einen Konus auf einer Höhenverstellbaren Schiene, der sich im Oberteil des Sitzrohrs zentriert.
    Die Einstellung der Vorderbaulänge funktioniert folgendermaßen: Herr Herrtel arbeitet mit einem Hilfsmaß namens OLU (Oberrohrlänge unten gemessen). Dieses Maß ist abhängig von der Oberrohrlänge, der Gabeleinbauhöhe (incl. Einbauhöhe des Steuersatzes) und dem Steuerwinkel und wird in Hertels Maßtabelle als absoluter Wert ausgegeben. Gemessen wird von Mitte TL horizontal bis zum Schnittpunkt mit der verlängerten Steuerrohrgeraden. Hier habe ich also meinen nächsten Fixpunkt, und ich kann von hier aus bequem zuerst den Steuerwinkel einstellen, anschließend mit dem unteren Konus (er hat einen planen Sitz zur Unterkante des Steuerrohrs) die Länge vom eben genannten Schnittpunkt zur Unterkante des Steuerrohrs (ebenfalls ein Hertelsches Hilfsmaß) einstellen. Abschließend justiere ich noch mit dem oberen Konus die Steuerrohrlänge und zentriere dabei natürlich auch noch die Rahmenflucht. Fertig ist der Lack!



    alldieweil befasst sich der ente (das bin ich) schon mal mit seiner Hinterbaukonstruktion. Im Bild zu sehen sind die handgebastelten Ausfallenden. Wie gesagt: eine Fräse steht ganz oben auf meiner Wunschliste fürs nächste Projekt. Die Dinger hier sind mit Säge, Feile und Bohrmaschine sowie reichlich Schmirgelpapier aus einem Stück 6mm Bandstahl gezaubert.



    mein vorgebratener Vorderbau in der Rahmenlehre


    Mittwoch ging es dann endlich ans Eingemachte. Herr Hertel unterwies uns in den Umgang mit dem Lötbrenner. Neben etlichen Sicherheitsmaßregeln im Umgang mit Brenngas, Flußmittel und vielem mehr konnte ich mir hierbei eine ganze Reihe an Anfängerfehlern ausmerzen, die ich bei meinen vorigen Projekten gemacht habe. Das alles hier aufzuführen stoppt nur unnötig die Bilderflut, führte aber dazu, dass ich meine Heftpunkte nochmals aufgelötet und neu zusammengeheftet habe. Schließlich wollte ich in Punkto Lötqualität meinen Mitschülern nicht nachstehen. Lediglich die Stumpflötung am Excenter hab ich gelassen, da war ich ganz zufrieden mit mir.



    der Meister bei der Arbeit



    mein Rahmen, mit neu geheftetem Vorderbau und gestecktem Hinterbau


    Von Mittwoch an überschlugen sich Ereignisse. Angefangen bei der Arbeit des eneuten Heftens hatte ich schließlich noch einiges zu tun mit der Endbearbeitung der Ausfallenden, des Schlitzens der Sitz- und Kettenstreben (die anderen Kursteilnehmer haben klugerweise mit gemufften Ausfallenden gearbeitet). Die Sitzstreben mussten auch noch gebogen werden, kurzum, ich bin leider kaum noch zum Fotografieren gekommen.


    Vier von uns haben sich für gemuffte Rahmen entschieden, der Thomas hat sich einen Rahmen in Stumpflötbauweise ausgesucht. Hier gabs wiederum einiges zu lernen im Hinblick auf den Umgang mit Neusilberlot und demdazugehörigen Flußmittel. Aufgrund der höheren Verarbeitungstemperatur ist hier nämlich eine andere Sorte nötig, auch das eine für mich neue und wichtige Erkenntnis. Ich will eigentlich nicht, aber wenn ich mich überwinden kann, poste ich mal ein Bild von meinem ersten Neusilber-Lötversuch mit Siberflußmittel, den ich bereits vor dem Kurs zu Hause unternommen habe. Hat den Test zwar überstanden, sieht aber richtig Scheiße aus!


    Am Donnerstag wurde dann nach dem fertigen Heften das Durchlöten vorgenommen. Auch dies war ein Tag voller Arbeit und Konzentration, an dem ich die Kamera nur ganz am Ende einmal ausgepackt habe.



    sieht ein wenig traurig aus, der Rahmen im Wasserbad, ist aber nötig, um die fiesen Flußmittelreste zu entfernen.


    Nun wurden die fertigen Rahmenrohlinge nacheinander auf Hertels Rahmenlehre auf ihre Flucht und Maßhaltigkeit vermessen und gegebenenfalls noch gerichtet. (Ein Prozeß, bei dem man dann spätestens den Respekt vor den ach so dünnen Rahmenrohren verliert und aufhört, den heißgeliebten Stahlrenner wie ein rohes Ei zu behandeln.)
    Hernach wurden die Stege angefertigt, die Anlötteile angebracht und eh man sichs versah, war auch schon Freitag Nachmittag und der Kurs näherte sich seinem Ende. Bis auf Thomas (der mit dem ungemufften MTB-Rahmen) sind auch alle fertig geworden, und so weit ich weiß, fehlten bei Thomas' Rahmen am Ende auch nur noch die Anlötteile. Die wollte Herr Hertel im Rahmen des nächsten Kurses für ihn anbringen und ihm den Rahmen dann zuschicken.


    Leider hatte ich mein Rückfahrticket schon gekauft, so habe ich mich auf einmal ganz schnell verabschieden müssen. Zeit für Abschiedsfotos war aber dann doch noch.



    Hertels Rahmenbauer: von links nach rechts Thomas, Sebastian, Marcus, nochmal Thomas und Dietmar Hertel, vorne der ente



    ente voller Stolz mit Pan Kaczka 4 im Arm


    Zerschnittene Fingerkuppen, schwarze Klumpen in der Nase, schwarz konturierte Fingernägel, Adrenalin und Endorphin im Übermaß, Faltradausflüge am Mainufer, Frankfurt City Spritztouren, alkoholfreies Weizen in der Abendsonne, sonnenbadende Zimmernachbarinnen auf dem Balkon, Brandblasen, Niederlagen und Hochgefühle Seite an Seite, Kantinenfraß und Kaffee aus dem Automaten, Metallspangeruch, das alles und eine Million neuer Erkenntnisse! Ich mach das so gern! Danke, Herr Hertel, danke an alle, die dabei waren! Gerne wieder!
    Ja!!!


    P.S.: hab mich für die Meisterschule hier in Ffm angemeldet. Ebenfalls inklusive Fahrrad-Rahmenbau. September geht's los.............

    Kapitel 1: Die Wahl der Waffen


    Meinen vollmundigen Ankündigungen in Bezug auf mein Rohloff-MTB-Projekt sollten nun auch Taten folgen.
    Den Halflink-Excenter des Herrn Wood hab ich euch ja schon im Prolog gezeigt. Aus der Tatsache, das er bis heute hält und ich das gelbe Rad inzwischen echt gerockt habe, entnehme ich einfach mal, das mir die Stumpflöterei durchaus auch ein weiteres Mal glücken sollte.


    Kommen wir aber nun Zum Kernstück des Projekts:




    Diese rote Schönheit hier hatte kürzlich Geburtstag, und zwar den




    Grund genug, sie ordentlich hochleben zu lassen. Prost! Zum Geburtstag versprach ich ihr bereits vor einiger Zeit, sie künftig öfter zu niesnutzen. Sie rollt bereits seit 6 Jahren mit mir, da sind 10.000 nicht eben viel (
    Zu solchem Zwecke sollte also ein neuer Rahmen her. Der alte




    fährt zwar ganz gut, ist aber grottenschwer und kommt bei mir nur auf langen distanzen mit viel Gepäck zum Einsatz. Außerdem zieht er etwas nach rechts, seit mein Papa mal mit dem Wagen reingesemmelt ist, und an den dicken Ofenrohren sind alle bisherigen Richt- und Biegeversuche kläglich gescheitert.


    Also ging es kurz nach der Geburtstagsfeier ab zum Bernd, um sich dort mit einer veritablen Bremsscheibenaufnahme und externer Schaltzugansteuerung neu einzukleiden.




    der Königin neue Kleider


    Nunmehr wollte die Bauart des Hinterbaus durchdacht sein. Der Excenter war ja schon eingeplant, allein wo soll die Bremsaufnahme hin und wie sei die Drehmomentabstützung zu realisieren?


    Bei Nachforschungen im Netz stieß ich auf die Seiten vonKai Bendixen. Dort entdeckte ich eine Lösung, die mir zusagte und meinen hochtrabenden Vorstellungen gerecht werden könnte
    Bendixen-Bikes


    Fortan war die Entscheidung gefällt: Bremsaufnahme zwischen die Streben, Sitzstreben anlüpfen und die Drehmomentabstützung für OEM2-Achsplatte auslegen.


    Herr Bendixen möge mir verzeihen denn ich habe abgekupfert, aber erstens nicht zum Zwecke der gewerblichen Bereicherung, zum Anderen lang nicht so schön und professionell wie das Original. Schließlich habe ich bisher nur Säge, Feilen und Schmirgelpapier zur Hand.
    Aber ich will nicht vorgreifen; zunächst einmal entstand unter dem Einfluß bewusstseinserweiternder Hopfengetränke und mit Zirkel und Lineal bewaffnet folgende Skizze:



    Und vermittels des genialen Programms "BikeCAD Pro"
    Bikeforest
    entstand dieser Entwurf:



    Orientiert hab ich mich beim Entwurf in erster Linie an meinem ehemaligen On-One-Rahmen; schön langes Oberrohr, anständige Sattelüberhöhung und 440mm Gabeleinbaulänge. Das passt sowohl für ne vergleichsweise lange starre Gabel mit 425mm als auch für ne 80mm Federgabel mit 450mm Einbaumaß.
    Wie gesagt: ich will zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Fürs Gelände soll ein Besenstiel-Lenker rein, für den Reiseeinsatz ne starre Gabel und irgendwas komfortables als Lenker, MaryBar oder so.


    Als nächstes hab ich für den Bau der starren Gabel noch ein bisschen genetzsucht , und wieder einmal gilt all mein Dank meinem Arbeitskollegen Uwe, meinem formidablen Netzscout, der mich schon vorher auf Bendixen aufmerksam machte und an einem jener Tage mich auf die Gebla-Webseite führte
    Gebla


    und damit die Idee für den Gabelbau säte.


    Nun musste das Material her. Eingekauft habe ich bei Koehn, dem deutschen Vertrieb für Columbus Rahmenrohre. Für mein Projekt habe ich mich für 31,8mm Sitz- undOberrohr, 34,9mm Unterrohr und 36mm Steuerrohr entschieden. Passende Muffen für 7 Grad Slope, S-Bend Kettenstreben und (in Ermangelung an Alternativen; bei Koehn gab's grad nichts anderes, was zu meiner Sattelmuffe passte) gerade Sitzstreben. Diese mussten noch gebogen werden.
    Des weiteren habe ich ein Gabelschaftrohr und 28,6er Rohre mit durchgehender Wandstärke 1,0mm gekauft, dazu Gabel-Ausfaller, die als Einsteckmuffe für eben jene Rohre ausgelegt sind.



    Großeinkauf bei Koehn; zwei weitere Projekte ebenfalls im Bild


    So, das wars mal wieder. Mehr erfahrt ihr hier, wenn es heißt:

    Prolog: Garage Days - eine Foto-Love-Story


    Am Anfang der Geschichte meines „Pan Kaczka 4“, meines Rohloff-MTB-Projektes also, steht zunächst einmal ein ganz anderes Rad. Dies ist „das gelbe Rad“. Anno 2007 hat mir den Rahmen ein Bochumer Kurierfahrer vermacht. Immer wenn ich ihn getroffen hab, hab ich sabbernd vor seinem Rad gestanden, ob der schönen Sunburst-Optik, die der Lack im fortgeschrittenen Ausbleichstadium angenommen hatte. Als er es dann ausgemustert hat, um sich ein neues zu kaufen, hat er an mich gedacht und mir seinen alten Hobel zum Geschenk gemacht.
    Seither haben wir, das gelbe Rad und ich, eine Menge zusammen erlebt. Seht selbst:




    frisch gesingelt...



    ...so manchen Berg hinaufgequält..



    ...gefixt...



    ...rumgeposed...



    ...rhythmische Fahrradgymnastik probiert,



    kurz: dieses Rad hat (fast) alle meine velozipeden Experimente mitgetragen.
    Als im Spätherbst des Jahres 2010 das Tretlagergewinde den Dienst quittierte und ich bei der vorwinterlichen Fahrradpflege einen Riss im Sitzrohr entdeckte, wollte mir schier das Herz zerreißen.


    Doch da besann ich mich auf meine Pläne und Absichten bezüglich meines Rohloff-MTB-Projektes und entschied, das gelbe Rad sei der ideale Übungsplatz für ein bischen Stumpflötpraxis und bestellte kurzerhand zwei von den hervorragenden Halflink-Excentern, wie sie bei Phil Wood mittlerweile angeboten werden. Mit dem einen wollte ich am gelben Rad experimentieren, das andere war für das hier vorzustellende Rohloff-MTB-Projekt gedacht.
    So befand ich, dass das gelbe Rad entweder wiedergeboren oder bei den ersten Gehversuchen einer Stumpflötung entgültig den Heldentod sterben sollte.


    Also wurde kurzerhand die kaputte Tretlagerbuchse ausgeflext, der Excenter eingelötet, ein Reparaturblech auf das Sitzrohr gebraten, bei dieser guten Gelegenheit gleich noch ein veritables Paar selbstgebastelter Scheibenbremsaufnahme drangebrutzelt nebst dazugehörigen Leitungsführungen..,
    und siehe:
    es ward wiedergeboren und wandelt fortan auf Trails und Asphalt und wird mich wohl in diesem Jahr nach Weidenthal zu „Schlaflos im Sattel“ begleiten. Seht!



    auf dem OP-Tisch



    Phil Woods Organspende



    der Eingriff



    alle Nähte gezogen



    im Aufwachraum, noch etwas benommen...



    erster Geländdeeinsatz



    bourne again!


    Somit ist dieses Experiment gewisserrmaßen das Präludium für das hier vorzustellende Rohloff-MTB-Projekt.



    Weiter geht’s nun mit...