Frage zu Gabelbau (Vorbiegung)

  • Wertes Forum.
    Als nicht Rahmenbauer aber durchaus kritischer Anwender habe ich mal wieder ne Frage an die Erfahrenen.
    Als Freund von Stahlrahmen habe ich in den letzten Jahren einen Trend zu geraden Gabeln festgestellt.
    Ich muß von vorne hinein sagen (höchst persönliche Meinung!!) das ich das wirklich nicht besonders schön und gelungen finde.
    Also nun zu meiner Frage: Bringen gerade Gabeln einen konstruktionsbedingten Vorteil gegenüber gebogenen Gabeln, insbesondere im Bereich Straßeneinsatz? Oder ist dieser Trend eigentlich vom Bahnrad herübergeschwappt? Oder ist es einfach der Not geschuldet das sich die Rahmenbauer eine Biege-Apperatur sparen wollen oder müssen? Oder einfach doch nur chic?
    Hintergrund ist das ich mit meiner Gabel Norwid vorgebogen mit Low rider Ösen und ner Gios team am Rennrad sehr zufrieden bin, insbesondere was den Federungskomfort auf längeren Touren anbelangt.
    Bin mal so ne gerade Stahlgabel an einem Kona (glaube Honky tonk) gefahren und fand die zwar sehr steif aber unkomfortabel. Auf längeren Reisen möchte ich so was nicht haben.
    Freue mich über Eure Antworten.
    Gruß, Peter

  • ...alles nur mode (und man spart sich die biegung). zumindest im strassenbereich. an nem mtb macht es dagegen auch technisch einen sinn, wenn man eine scheibenbremse fahren möchte. eine dicke gabelscheide nimmt die kräfte besser auf, aber es ist dann nicht mehr unbedingt sinnig sie zu biegen, da sie aufgrund ihrer dimensionen eh nicht mehr viel komfort bringen würde. es sei denn man nimmt ein ausreichend dickandiges (schweres) rohr -> http://www.retrovelo.de/ponyvelo.html
    grüsse
    sören

  • Man kann es als Mode bezeichnen - dann aber auch altmodisch Mir sind die geraden Gabel bei Rennrahmen von Colnago seit Ende der 1980er bekannt. Ich habe meinen ersten Rahmen ja auch mit einer geraden Gabel gebaut. Ein alter "Kriteriumshase" hat das gesehen und kam geradezu ins Schwärmen - er hat sich an seinen alten Colnago erinnert und vom Fahr- und Lenkverhalten geschwärmt.
    Grundsätzlich mögen diese Gabeln etwas härter sein - der Flex dürfte aufgrund der "Biegung" im Gabelkopf über das gesamte Gabelbein stattfinden - und daher geringer ausfallen als bei klassisch gebogenen Gabeln (wo der Flex eher im vorderen / dünneren Teil der Gabel stattfindet).
    Übrigens: gerade beim MTB würde ich eine gerade Gabel nicht unbedingt fahren wollen. Mein Scott hatte Anfang der 1990er eine solche gerade Gabel. Das Ding war bretthart...
    Viel eher halte ich eine Konstruktion wie sie z.B. Florian Wiesmann für tout terrain entworfen hat hier für sinnvoll: eine klassisch gebogene Gabel - auf Seite der Scheibenbremse aber mit einem größer dimensionierten Gabelbein.

  • Leider finde ich die Quelle nicht mehr, aber vor einiger Zeit habe ich zufällig über die geraden Gabeln von Colnago gelesen, dass sie in Tests - wider Erwarten - so kompfortabel waren wie oder sogar kompfortabler als die mit gebogenen Gabelscheiden. Wenn ich die Quelle in den Weiten des Internet wiederfinde, werde ich sie ergänzen.