Rohrbiege-"Maschine"

  • Zitat von "spezi light"

    Wie funktioniert das Teil genau?
    Mehr Bilder?
    Kostenpunkt?


    Das Teil ist im Prinzip eine Hydraulikpresse, auf die eine runde Führung gesteckt wird.
    Das Problem ist die Auflage an den Widerlagern das sind einfache Stahlstifte, die dazu neigen genau dort das Rohr einzudrücken. besser wären an dieser stelle Rollen, doch die mitgelieferten sind nicht immer passend. Auch neigen festere Rohre, wie sie bei Fahrrädern eingesetzte werden hier zum knicken. Deswegen siehst du auf dem Bild anstelle der mitgelieferten Stahlführungen ein an die Gabelbeine angepasste Holzform. Und unter die Widerlager haben wir auch Holz gelegt und das eindrücken der Rohre zu vermeiden.


    Preis kannst du oben selber nachsehen ist genau die selbe Presse



    Zitat von "le Cadre Bicycles"

    Functionieren die wirklich? Ich hab dieses gerät im Auge:
    http://www.25crmo4.com/25crmo4_DU/buigmachine_DE.htm


    Rohrbieger dieser art sind häufig in Büchern (z.B. Peterek (FIG #31)) zu sehen und sind in meinen Augen auch besser geeignet, habe aber selber keine Erfahrung mit Rohrbiegern dieser Bauart. Allerdings ist dieser Rohrbieger schon recht aufwendig (da hydraulisch und mit Skala) und ich kenne den Preis nicht (vielleicht liegt der schon im Bereich von Dreipunkt-biege-Maschienen dann sind diese Flexibler einsetzbar)... aber für einen ersten Test könnte man eine ähnliche Konstruktion mit einem Recht langen Hebel erst mal selber bauen. Wir haben das nicht gemacht, da meine Werkstatt sehr klein ist und erst mal die Hydraulische-Presse von oben probiert...


    heute würde ich mich wahrscheinlich nicht nochmal so entscheiden sondern eine Hebelkonstruktion selber bauen.
    ähnlich wie hier:

    nur noch einen Hebel mit Rolle, der über das Rohr läuft. damit sollte sich viel machen lassen...


    Edit sagt noch:
    Hier gibts ne Übersicht über so ziemlich alle Typen an Maschinen, die ich kenne:
    http://www.holz-metall.info/shop1/kategorie266.htm

  • Bei der Fertigung des Tandems ist mir wieder mal aufgefallen das der Hydraulische-Rohrbieger doch zu wünschen übrig lässt... das die Rohre wenn man sie nicht füllt doch knicken und auch gefüllt muss man aufpassen...
    ich werde jetzt was anderes ausprobieren denn es stehen jetzt ein paar Projekte an die viel beigerei nötig haben...

  • Wie oben schon angekündigt gibt es bei mir einen neuen Rohrbieger:



    p3160004 von TotemBikes auf Flickr


    und die Ergebnisse bei weichem Rohr mit ausreichendem Radius sind gut, erheblich besser als bei der hydraulischen Presse



    p3160005 von TotemBikes auf Flickr


    höher-feste Werkstoffe bringen sie aber auch an die grenze und irgendwann knickt das Rohr auch weil die Rohrklemmung nachgibt eventuell lässt sich da noch was machen ich wollte die Konstruktion so wie so noch erweitern mit passenden Scheiben aus Holz vielleicht lässt sich da noch etwas raus-hohlen



    p3160006 von TotemBikes auf Flickr
    aber es knickt später als die Presse hier mal der Vergleich



    p3160007 von TotemBikes auf Flickr


    unten Presse oben der neue Bieger

  • Hola die Herrschaften Rahmenbauers,


    ich habe für ein Bauprojekt Rohre aus 25crmo4 zu biegen - Durchmesser 28, Wandstärke 1, Biegeradius 120, Biegewinkel 60°. Soweit die Daten, und hier beginnt das Problem: niemand scheint es biegen zu können.


    Mittlerweile bin ich hier in Kassel bei nahezu allen Unternehmen gewesen, habe aber nix als den Tipp mit "Sand+rein+und+Stopfen+drauf" bekommen. Mittlerweile fällt mir auch nichts mehr ein als es nochmal mit fester Sandfüllung in einer herkömmlichen Biegemaschine zu versuchen, bspw. bei Hansa Flex.


    Das frustrierende daran ist, dass ich tolle Biegemaschine im Netz gesehen habe, geeignet für cromoly und mit den passenden Matritzen - weiter oben steht schon der link zu 25crmo4.com... so was in der art muss aber doch irgend jemand in greifbarer Nähe haben! Tipps?


    Ahoi, gute Fahrt und guten Bau!


    Christian.

  • Nabend
    Bei mir in Neuss biegen auch alle nur dickere Wandstärken.
    Ich bin mit 25 x 1,5er Rohren auch zu einem Bekannten - der hatt´eine Biege.
    Hier musste ich auch erstmal Testbiegen. Und das mit "normalem" Stahl.
    Für deinen Biegevorgang brauchst Du auch noch eine Biege die richtig Geld kostet
    Oder doch trockenen Quarzsand...Habe ich auch schon hinter mir.
    Vieleicht auch erwärmen


    Na ja - auf jeden Fall viel Erfolg
    poste Bilder


    Robert
    http://www.robara.jimdo.com

  • Richtig vernünftig Biegen können nicht viele gerade bei höherfesten Stählen, da diese verstärkt zum Knicken neigen
    Eventuell mal Schlosser in deiner Nähe abkalppern oder am Besten Jemand der Motorradrahmen fertigt
    Manche verwenden auch fertige Bögen und setzten die Rohre dann an.
    füllen und erwärmen hilft deutlich


    viel Erfolg


    Gruß Patrick

  • Alle abgebildeten Rohrbieger sind für dickwandige Rohre aus dem Installationsbereich gedacht.
    Diese Rohre sind relativ weich (z.B. ST37) und haben eine dicke Wandstärke. Z.B. hat ein 1"-Gewinderohr einen Außendurchmesser von 33,7mm und eine Wandstärke von 3,25mm. Für dünnwandige hochfeste Rohre sind diese Maschinen völlig ungeeignet. Außerdem haben die Biegematritzen nicht die entsprechenden Maße für Rahmenrohre.


    z.B.
    Gewinderohr 1 1/4" Außendurchmesser 42,40mm
    Rahmenrohr 1 1/4" Außendurchmesser 31,75mm


    Gewinderohr 1" Außendurchmesser 33,70mm
    Rahmenrohr 1" Außendurchmesser 25,40mm


    Sollen dünnwandige Rahmen- und Präzisionsstahlrohre gebogen werden, wird beim Biegen eine Kugel mit dem genauen Innendurchmesser mit durch das Rohr gezogen, um ein Einknicken zu verhindern.

  • Das ist das leider das Problem...
    eine Innen Kalibrierung beim Biegen ist aufwendig und für eine einfache, heimische Werkstatt nur schwer möglich...
    mit Sand füllen und den ggf. noch anfeuchten wenn der drin und verdichtet ist hilft und ermöglicht schon etwas engere Radien.
    Bei Gabelbeinen ist das mit dem Kalibrierkörper auch schwierig da der Durchmesser nicht konstant ist...

  • Zitat von "Rennofen"

    Wie oben schon angekündigt gibt es bei mir einen neuen Rohrbieger:


    Die Biegemaschine der Spichala GmbH verwende ich auch (Sitz/Kettenstrebe).


    19mm Durchmesser mit grob 0.9mm Wandstärke gehen damit ganz gut, WENN man gefüllt arbeitet. Ich verwende dafür Biegefedern, gibts im Baumarkt, macht man eigentlich außen aufs Rohr aber ich fands innen günstiger und vor allem hats vom Durchmesser gut gepasst.
    Ohne Federn hats zu viele Knicke gegeben.


    Etwas unzufrieden bin ich noch mit der (nicht vorhandenen) Rohrklemmung. Da muss ich mir noch was überlegen, um die Rohre zu fixieren.


    Beim nächsten Projekt teste ich ihn mal mit größeren Durchmessern für Top- und Downtube. (Falls ich passende Rollen find)

  • Da das Thema für mich wieder sehr aktuell wird war ich mich heute morgen auf http://www.fretsche.ch/velos.html und bin stark beeindruckt von deren Kreationen. So viele herrliche Bögen.


    Unter anderem ist eine relativ "einfache" Rohrbiege auf einem Foto zu sehen:


    U.a. machen die äußerst hübsche Räder wie z.B.




    Ich werd das die Tage mal versuchen zu konstruieren und poste es dann hier. Sieht ja eigentlich "nur" nach zwei größeren Platten aus, die möglichst steif miteinander verbunden sind. Den "Druckstempel" könnte man ja aus Holz sägen und feilen, oder? Ich denke das ist sehr viel schonender als aus Stahl und leichter


    Trotzdem noch ne Frage: Was kostet die Biege die Patrick zuletzt gezeigt hat und wo gibts die?

  • Das ist so eine Biegemaschine wie aus deinem Startposting !


    Nur die Gegenhalter (im Original zwei Stahlwellen) sind gegen Harthozklötze ersetzt worden.
    Und damit wurde genau schon der größte Schwachpunkt dieser Art von Biegmaschinen eleminiert.
    Die originalen konischen Stahlwalzen haben nämlich nur Punkt-förmigen Kontak zum zu biegenden Rohr und drücken daher oft ins Rohr ein. (wie von Patrick und anderen ja auch schon beschrieben) Ich habe bei mir auch Aluschienen drunter und durch die Linien-förmige / flächige Auflage hinterlässt man keine Spuren im Rohr. Dann noch nen Stüch harte Pappe unter den Stempel und es geht schon viel besser als im Originalzustand. Wobei man für große Radie echt viel Gefühl braucht.



    Für das Geld (um 100 Euro im Auktionshaus) würd ich da nie im Leben selber bauen. Lohnt nicht.