Rohrbiege-"Maschine"

  • Hab da leider keine Fotos von.
    Je nachdem was ich für Rohre biege, nehm ich dicke Alubleche aus der Restekiste, biege die dem Rohdurchmesser entcprechend und lege so ca. 5-10cm lange Stücke zwischen Gegenhalterrollen und Rohr.


    Die Rollen gleich gegen Hartolzblöcke zu ersetzen ist natürlich schöner, dann muss man nicht immer gucken, dass die Alubleche wegrutschen.

  • Die Herrschaften,


    vor fast einem Jahr habe ich hier mal um Hilfe gepostet - ich baue einen LongJohn und hatte unbiegbare Rohre aus 25crmo4, 28x1mm im Haus; da hat sich mittlerweile noch einiges ergeben.
    Erstmal habe ich alles in und um Kassel abgegrast, inkl. Chopperbauer und Industriemonteure, das war leider alles nix. Über Florian Wiessmann bin ich an ein Unternehmen im Schwarzwald gekommen, auch die konnten das Rohr nicht biegen... letzte Chance: HansaFlex, für nen Fünfer in die Kaffeekasse, doch auch das hat nicht geklappt. Zwischenzeitlich wollte ich die betreffenden Rohre dann aus ST37 machen, war an diesem Punkt aber schon derart frustriert und angenervt das ich gleichzeitig eine völlige Neukonstruktion begonnen habe. Nunmehr sollte das zu biegende Rahmenhauptrohr stärker ausgeführt werden (40x2, wird halt ein großes Rad!) und nicht wie zuvor die Versteifungsrohre. Letztendlich hat mir das ganze dann ein Hersteller für Überrollkäfige in Bonn gebogen, das war ein recht beschaulicher Ausflug in die schillernde Welt des Autotunings. Bilder folgen!


    An dieser Stelle noch mal vielen Dank für all die hilfreichen Tips und die dadurch mögliche Kursänderung.


    Christian

  • Da ich für mein aktuelles Rahmenbauprojekt Hauptrahmenrohre in großen Radien biegen wollte, hab ich mir ne 3-Rollen Biegvorrichtung gestrickt.


    Hab damit vorerst 31.8*0.9 (CroMo) gebogen, klappt fantastisch, keine Beulen oder Wellen.
    (und das, obwohl die Biegerollen nur bis knapp unter Rohrmitte ausgedreht sind, also nur ca. 45% des Rohres aufnehmen, tiefer kam ich mit meiner Radienvorrichtung nicht rein)





  • Das ist ja geil, sehr beeindruckende Arbeit. Neid!


    Nach all meinem Frust mit der Biegerei habe ich mir bei 25crmo4.com einen GT Standard gekauft... ein sauschweres Ding, wird auch eher im Autobereich (Offroad / Rallye / Custom) benutzt, für Überrollbügel und so. Dünne Rohre (<1mm) sind nix dafür, für dicke Wandstärken wie ich sie für Lastenräder eh benutze ist sie aber bestens.


    Christian

  • Ah, die GT hab ich mir auch oft auf Fotos angesehen.
    Sieht nach einem richtig guten Werkzeug aus.


    Wobei ich vermutet hätte, dass die evtl. auch für Hauptrahmenrohre brauchbar wäre.
    Aber Rohre mit nem D/t von (z.T. deutlich) über 30 sind natürlich heftig und mit "Hausmittel" wohl kaum noch in enge Radien zu biegen.


    Danke für den Erfahrungsbericht.

  • Gehört zu der aus Schrottresten gestrickten Radiendreheinrichtung. Hab oben nen alten 4-Kant von einer Tretlagerwelle angeschweißt und ne alte Tretkurbel aufgesteckt. Also genau richtig gesehen.



    Hab ich so gestrickt, um auch mal Kugeln für Handknäufe drehen zu können.
    Mit dem Bügel beschränkt sich die Ausdrehung der Biegerollen leider auf 170-175°, also tauch das Rohr nicht bis ganz zur Hälfte in der Biegerolle ab, wie es eigentlich optimal wäre.


    Ich muss mal noch ne 2 Radienvorrichtung bauen, um ganz eintauchen zu können bei dünneren Rohren.


    Also mit dünner Drehachse und ganz kruzem HSS Stummel, in etwa so:

  • Zitat von "Cargo"

    Das ist ja geil, sehr beeindruckende Arbeit. Neid!


    Nach all meinem Frust mit der Biegerei habe ich mir bei 25crmo4.com einen GT Standard gekauft... ein sauschweres Ding, wird auch eher im Autobereich (Offroad / Rallye / Custom) benutzt, für Überrollbügel und so. Dünne Rohre (<1mm) sind nix dafür, für dicke Wandstärken wie ich sie für Lastenräder eh benutze ist sie aber bestens.


    Christian


    Hallo Christian, da hätte ich gerne mal einen Erfahrungsbericht is schon länger mein Wunsch gibt glaube ich nichts besseres vom Preis Leistungsverhältnis oder ???


    War auch grade entsetzt als ich das hier http://www.25crmo4.com/25crmo4_DU/VideoNMH.htm gesehen habe in meiner neuen Rahmenbauwerkstatt ist kein Platz für grosse Geräte da sieht das auf den ersten Blick perfekt aus.


    Freue mich über eine kurze Info über die GT Standart


    Gruß Oliver

  • Hallo Oliver,


    der GT-Bieger ist ein super Gerät, wie gesagt mit der Einschränkung, dass er wohl nur bedingt zum Biegen dünner Rahmenrohre geeignet ist. Ausführung und Verarbeitung sind sehr gut, die Bedienung ist leicht und überschaubar, das Biegen an sich sehr leichtgängig. Ich habe bislang Rohre Ø 22x1,5 ais 25crmo4 ar halt teuer (komplett mit bislang einem Biegeestempel um die 500,-), das wars mir aber einfach wert.


    Die Montage auf einem geeigneten Ständer / Werkbank ist sehr zu empfehlen, Meinen habe ich mangels Platz an die Wand geschraubt, das ist entwas unhandlich, geht aber im Notfall auch.


    Folgendes Video ist recht anschaulich:


    http://youtu.be/Hv6hBC24jy4


    Die CETMAs sind allerdings sehr viel massiver gebaut als normale Straßenmöhren, daher eignet sich der GT hierfür.


    Auf der Website des eigentlichen Herstellers http://www.jd2.com findet man eine weitaus größere Auswahl an Biegestempeln in teilw. besser geeigneten Radien. Kann man evtl. über Groot bestellen, denn die scheinen auf die importierten Bieger auch nur ihr Logo zu kleben.


    Viele Grüße in die nördliche Nachbarschaft!


    Christian.

  • Danke Christian für den Videolink kannte auch Cetma garnicht obwohl ich dachte ich kenne alle Bakfiets


    Ja da wird es ein Weihnachtsgeschenk für die Werkstatt geben da bin ich mir sehr sicher.


    Was macht eigentlich dein Transportrad ich habe nur die Bilder in der Rahmenlehre hier gesehen gibt es schon fahrende Ergebnisse ?


    Bin ja auch grade für einen Prototypen am schweißen, fahre seit 3 Jahren ein Transportrad von Carsten einem Transportradbauer hier aus Hannover. Ist eins mit 3 Rädern und etwa hoch und Träge. Mein neues soll wie das Cetma aus Stahl und mit 2 Rädern werden .


    Schöne Grüße aus Hannover


    Oliver

  • Hi Oliver,


    ich bin schon fast fertig, das geht echt quälend langsam alles... aber Brotjob und zwei Kinder fordern eben ihren Tribut. Ich war dann am Ende nach über zwei Jahren Arbeit und diversen Umwegen schwer angefressen und habe mich doch für einen bestehenden Hinterbau entschieden. Heute habe ich das vorletzte Teil angelötet, jetzt fehlt noch eine einzige Gewindebuchse (YESYES!!) und dann gehts nächste Woche zum Pulvern.


    Voilà - ganz frisch von einem Freund geschweißt:

    02 von DIY Cargo auf Flickr


    und hier probeweise zusammengesteckt. Die Lenkstange ist übrigens mit dem GT gebogen

    01 von DIY Cargo auf Flickr


    Hmmm: zweirädriges Lastenrad, selbstgeschweißt und in der nächsten Stadt... vielleicht sollten wir uns mal kennenlernen. Ein Freund aus Hannover hat mir mal geraten, mich mit einem Jens in Verbindung zu setzen, der baut Lastenräder im Faust - hat das evtl. was mit Deinem rad zu tun? Vielleicht kannste ja mal ein Bild schicken bzw. posten.


    Beste Grüße!


    Christian.

  • Hi MiWi,
    tolle Biegemaschine, etwas ähnliches bau ich auch gerade. Ich hab mich vom "large radius bender" von denen hier http://www.pro-tools.com/ inspirieren lassen. Das Teil ist mir aber eindeutig zu teuer.
    Bei meinem ersten Rahmen mit gebogenem Rohr hab ich bei unserem lokalen Stahlbauer biegen dürfen, der hatte so was ähnliches:
    http://www.maschinensucher.de/…aschine-Klaeger-BR71.html


    Beim dritten Biegeversuch haben wir das Rohr mit Sand gefüllt, nachdem die ersten beiden eingeknickt sind. Rohrdimension: 31,8*0,9mm, Biegeradius: 550mm, Biegewinkel: 22°


    Daraus wurde dan diese Schönheit:


    Ich hab dem Stahlbauer damals nen dicken Schein dafür geben müssen, daher werde ich mir wohl für die Zukunft besser einen eigenen Rohrbieger bauen.


    Welche Durchmesser hast du für die Biegerollen genommen? Sieht aus wie irgendwas zwischen 60 und 70mm.



    Beste Grüße aus Bochum,
    polente

  • Hi Ente.


    -(Edit: Hab auf der Pro-Tools Seite falsch geguckt. Der large-radius bender ist ja auch nen normaler 3-Rollen Bieger. Also wie die Maschine von deinem Schlosser oder meine Konstruktion. )-



    Bin auf deine Version gespannt. Mach mal Bilder, wenn du das Ding fertig hast.
    Mit gelaserten Blechseitenteilen spart man sich viel Arbeit, dann ist das quasi nur noch zusammenstecken.
    Hier ist nen schöner Selbstbau-Clon: (kennst du vermutlich)
    http://3.bp.blogspot.com/_eeYh…-h/metalwork+2009+479.jpg


    Mit guten Biegerollen (also mind. 50% Umschließung, sehr passgenau) sollte ein 31,8*0.9 bei deinen Daten eigentlich auch ungefüllt so gerade eben noch nicht knittern.
    (der Radius ist natürlich schon recht eng)
    Steve Garro schreibt glaube ich immer, dass er mit seinem 3-Rollen Bieger (die Harbour-freight Kiste mit den Rollen von swag-offroad, also quasi "Standard Ami-Kosntellation" ;) ) 31.8*0.9 bis 1m Durchmesser knitterfrei ohne Füllung hinkriegt.

    Nach meinen Versuchen glaub ich das. Mein Biegeradius war deutlich größer, aber es war noch nichtmal ansatzweise Wellen oder dergleichen festzustellen, obwohl die Biegerollen noch nicht optimal sind.


    Wie "schnell" habt ihr bei deinem Schlosser denn zugestellt ? In großen Schritten ? Ich hab bisher nur in 3-4mm Schritten zugestellt, muss ich halt nen paar mal mehr hin und her kurbeln.

    Bei meinem 3-Rollen Bieger ist die mittlere Rolle aus ner 120er oder 115er Welle, Rohrachse läuft also auf grob 90-85mm Radius bei meinem 31.8er Rohr.
    Die beiden äußeren sind aus 100er Wellen. Hatte nicht mehr genug Material von der großen Welle, aber aussen ist ja auch nur die Häflte des Drucks drauf / kleinere Hertzsche Pressung, sowie keine Drucknormalspannung an der Rohrseite.


    Die Werkstücke sehen auf den Fotos im Vergleich zur Drehbank immer recht klein aus. Liegt daran, dass die Drehbank recht groß ist, ( 200er Futter auf dem Bild). Als Maßstabsvergleich: Die dicke Berta und ich (191cm, knapp 100kg) beim Kauf vor nen paar Jahren.




    P.S.: Auch hier nochmal, wo ich dich grad "in der Leitung" habe. Das 36er hab ich schon vor einiger Zeit gesehen, sehr cooles Rad. Gestern die Bilder vom Crosser für deine Schwester bewundert. Ist echt schnuckelig geworden, super !

  • Wow, jetzt bin ich neidisch. Schöne Drehbank!
    Ich würd dich gerne mal besuchen in deiner Werkstatt. Dortmund ist ja nicht weit von Bochum, quasi umme Ecke.


    Das hier ist das vorläufige Ergebnis meiner Bastelkünste. Es fehlen noch die Rollen und der Kurbalantrieb.
    Ich hab gedacht ich versuch es mal mit Rollen mit 70mm Durchmesser. Für größere Rollen wäre das Chassis zu klein. Ist aus nem 200*70mm U-Träger geschnitten.




    Kannst du noch mal versuchen, mir zu erklären, wie du deinen Radienmeißel gebaut hast? Das mit der Kurel und dem 170° Schwenkbereich habe ich verstanden, aber wie hast du den Meißel befestigt?
    Was ist es für ein Meißel?
    Kannst du die Radien einstellen oder hast du einen definierten Radius?
    Hast du dir ne Passschablone gebaut oder mit nem 31,8er Rohr geprüft?


    Bestes aus Bochum,
    polente

  • Klar, komm ma wacker vorbei. Ich wollte dich auch schon fragen, ob ich bei ner Radtour mal nen Abstecher nach Bochum machen kann zum Hallo sagen.


    Das sieht super aus mit deinem 200er U.
    Ich hatte nur nen 140er, deswegen die aufwändige Konstruktion um Bauhöhe zu gewinnen. Im Endeffekt hätte ich auch nen höheres Profil oder nen gelasertes Blech nehmen sollen, um den Aufwand zu reduzieren.


    Kleinere Rollen müssten auch gehen, die Kontaktfläche wird halt kleiner. Keine Ahnung, wie sich das Asuwirkt in der Praxis.


    Der Meißel wird bei mir nur mit ner Madenschraube geklemmt.
    Ich hab halt so grob auf 15er Radius eingestellt und dann mit nem 31.8er Rohr als Schablone mich an die Meißelposition für 15.9mm rangetastet. Ging aber sehr schnell und gut. Man kann ja auch r/l schwenken und den Durchmesser messen.


    Als Meißel geht alles aus HSS, alte Bohrer usw. Ich glaube ich hab nen runden HSS Drehling (8mm glaube ich) genommen. Anschleifen, fertig.


    Gruß, Michael

  • Der Sand sollte zunächst halbwegs trocken und gut rieselfähig sein. Dann füllst du das Rohr und verdichtest den Sand so gut wie möglich. Dann wählst du einen Einsatz mit passender Rundung und möglichst großem Radius. Dann sollte das ganze gut von der Hand gehen. Falls es trotzdem weiter Probleme gibt kann man den Sand zunächst nur bis zum Bereich der Biegung füllen, dann verdichten und befeuchten, dann wird er formbeständiger.


    Gruss Patrick

  • Darüber hinaus geht mit dem Woodschen Metall ein recht hohes Grund-Investitionsvolumen einher.Die wohl beste Lösung zum Biegen der dünnwandigen Rohre (zumindest aus Sicht des Rohres..) dürfte <a title="Woodsches Metall" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Woodsches_Metall">Woodsches Metall</a> sein. Bei der "Zutatenliste" kriege ich aber spontan Ohnmachtsanfälle...