Dirty Diana - Disc Crosser

  • Ich brauch ein Rad, welches die Eier-legende Woll-Milchsau darstellt.
    Da es das nicht gibt, versuche ich mit dem nächsten Projekt zumindest einige Einsatzwecke abzudecken.
    Die da wären:


    - Hier und da mal ein paar Schotterpisten und Waldautobahnen zu reiten, öfter mal im Schlamm zu spielen.
    - Ab und an mal mit ca. 20kg Gepäck ein bis zwei wöchige Urlaubs-Touren zu unternehmen.
    - Ein Alltags-Rad für Herbst bis Frühjahr, mit dem ich dann auch im Winter öfter mal die 40kkm bis zur Arbeit fahren will
    - Ein Rad für Schnee und Eis mit der Möglichkeit Spike-Reifen aufzuziehen. Die letzten 2 Wochen konnte ich mit meinen Fixies dank Schnee und Eis nur drinnen auf der Rolle fahren und ich geh so langsam die Wände hoch.


    Das ganze soll max. 622-45 Reifen aufnehmen und wird mit Avid BB7 gebremst werden. 2x8 Gänge dran und allgemein möglichst schlicht und robust.
    Die Ausfaller werden verschiebliche von 2Souls-Cycles. Im Alltagsbetrieb werd ich dann in vorderen Anschlag 430mm Kettenstreben fahren, für Touren mit Gepäcktaschen schiebe ich dann auf 440-445mm. Das geht sich dann mit meinen Schuhen grad so aus, ohne an die Taschen zu schlagen.
    (fahre zu Geometriebestimmug und Sitzpositionsverifizierung derzeit nen Halli-Galli-mäßig auf Tourenrad/Randonneur umgestricktes altes Rennrad)



    Rohre für den Rahmen sind bei Patrick bestellt. Die Teile für die Gabel hab ich noch auf Vorrat, also hab ich mal angefangen.





    Für die Gabel hab ich 28*1.5mm CroMo Aerospace-Rohre genommen. Die unteren ca. 250mm hab ich rechts auf 1.0mm Wandung runtergedreht, links auf 1.2mm. Von 250 auf 300mm dann auslaufend auf die originale 1.5er Wandung.
    Nach dem Drehen hab ich noch fleißig mit 40er, 80er und dann 120er Papier auf Holzschleiffbrettchen alle hauchfeinen Reste von Riefen rausgeschliffen.
    Macht ca. 330gr. rechts, ca. 350gr. links, in der Summe wird sie so bei 1300gr. landen.




    Gelötet ist unten mit Messing. Oben werden alle Verbindungen mit hochfestem Nickel-Silber gemacht. Derzeit warte ich auf Lotnachschub, dann geht´s weiter.

  • Weiter geht´s....


    Gabel mit Neusilber gelötet. Heidewitzka, ist die gerade geblieben. Einbaubreite, Vorkrümmung und r/l alles <0.1mm bzw. nicht messbar.






    Ausfallenden sind angekommen. Geile Teile, die eloxierten Alu-Schieblinge sehen traumhaft aus. Stahlteile 25mm breit, da werden gleich mal Späne gemacht und nen paar gramm runtergeholt. :mrgreen:


  • Hallo MiWi,


    erst mal ein Kompliment. So wie es scheint, bist du hier der eifrigste Bruzzler, ein Projekt jagt das andere.
    Zu deimem letzten Projekt hätte ich da mal eine Frage.


    Die PM Bremssattelaufnahme für die Gabel suche ich noch. Wo kann ich sowas bekommen ?


    Gruß, Peter

  • Hi Peter.

    Zitat

    So wie es scheint, bist du hier der eifrigste Bruzzler, ein Projekt jagt das andere.


    Vermutlich bin ich nur der mit der größten Geltungssucht und genug Zeit so viel zu tippen.


    Zitat

    Die PM Bremssattelaufnahme für die Gabel suche ich noch. Wo kann ich sowas bekommen ?


    Meinst du die auf den Bildern zu sehende Lehre oder die Aufnahme an der Gabel selber ?


    Die Lehre hab ich selber aus Aluresten gefräst, die schiebe ich dann über meine Dummy-Achse vom Vorderrad. (weil die so besser definiert steht, als wenn man die nur an der Fläche des linken Ausfallendes klemmt.)


    Die eigentlich PM Aufnahme an der Gabel schnitze ich immer frei Hand aus einem Stück S355 Blech (ich glaube 5mm stark) und 2 Gewindehülsen mit M6 Gewinde. Für die Hülsen dreh ich meist einfach ein Pärchen Cantisockel runter.


    Ob es fertige postmount Bleche im Rahmenbauzubehör gibt, weiß ich nicht. Hab ich noch nciht gesehen. Ich kenne nur die IS2000 Bleche für Rahmenheck und Gabeln, wie es sie bei Peter (ceeway) , Patrick (Totembikes) und anderen zu kaufen gibt.


    Gruß, Michael

  • So, Gabel ist vorerst konserviert / grundiert.
    Laufräder sind da (XT, Sapim Race, Mavic TN317), Reifen auch (35mm CX Comp und 42mm Smart Sam für erste Tests).


    Hab mal das Vorderrad mit dem 42er reingesteckt.
    Auf den Bildern sieht man Gewinde unten im Schaft und Gepäckträgerösen unten an den Ausfallern, beides für einen späteren DIY Gepäckträger. (Mid-blade Ösen wollte ich nicht (Optik). Brauche ich auch für das spätere System nicht. Im Notfall hab ich auch noch nen Satz tubus Schellen hier.)


    Bremsscheibe und deren Schrauben laufen knapp, ca. 2-3mm Luft zur Gabel. Ich mag das von der Optik so. Hoffe aber, das macht im Betrieb nicht irgendwelche Probleme....wird sich zeigen.




  • So, die Gabel ist nun Opel Signalgrün aus den 70ern.
    Kriegt man im Licht der Halogenfluter nicht eingefangen.
    Ist nen richtig fieses Giftgrün bei Tageslicht.




    Und 2 Biegeformen zum Biegen der Ketten- und Sitzstreben habe ich gefräst.
    Das ist 19x0.8mm CroMo, mit Sand gefüllt und dann gebogen.
    Ging ganz gut für den ersten Versuch, ist natürlich ausbaufähig aber es gibt keine nennenswerten Dellen.



  • Da dieser Rahmen (im Gegensatz zu meinen bisher geschweißten Polorahmen) eine "normale" Nutzungsdauer erfahren soll, habe ich mich endlich an das Thema formieren gemacht.


    Y-Stück für die Flasche, 2. Druckminderer, Durchflussmengenmesser, diverse Kupplungen usw.Dazu Bohrungen in meinen diversen Aufnahmen und neue, dicht abschließende Kühlkörper.


    Grad eben habe ich die Kettenstreben mit Tretlager und Ausfallern verschweißt, formiert wurde durch die Klemmung des Tretlagers. (Sowohl beim Punkten in der Lehre, als auch in der Schweißaufnahme mit dem Kugelkopf)


    Ich bin begeistert. Das Bad ist viel besser zu kontrollieren, es geht so viel einfacher von der Hand. Ab jetzt nicht mehr anders.



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    Gruß, Michael

  • Ist das erste mal, dass ich mit der Kettenstreben Bauteilgruppe anfange.
    Bis hierhin ging es echt gut. Das Sitzrohr ist mir sonst beim Schweißen immer im Weg, jetzt kam ich an die Kettenstreben rundherum gut dran.


    Ich hoffe, in der Reihenfolge dann später auch noch das Sitzrohr gut dran zu bekommen.


    Jedenfalls ist bis hierher alles gerade und maßhaltig.


    622x42 bzw. 28x1.6er Reifen, reichlich Freiheit für Matsch ...


    So in kürzester Stellung der Ausfallenden, 425mm Kettenstrebenlänge. Mit Packtaschen / als "Reiserad" werden die Ausfaller dann nach hinten geschoben und es ergeben sich 440mm.


    Schweißnaht Kettenstrebe 19x0.8mm an Tretlager, weit entfernt von Profiqualität, sollte aber ein paar Jahre durchhalten. Insbesondere an den Übergängen an den Absatzpunkten muss ich arbeiten, die gefallen mir noch gar nicht.

  • Schöne Arbeit... Und die Nähte sehen Super aus. Patrick von Bus velomo hat mir Stickstoff-Wasserstoff als Wurzelgas empfohlen...
    Ich bin mir noch unschlüssig. Ne neue Pulle kostet halt immer Kohle und nimmt Platz weg. Ich denke momentan noch über Argon-CO2 als Schweiß- und Wurzelgas nach... Das System ist aber tendenziell oxidierend während Argon als Schweißgas und N-H reduzierend ist und weniger Fluss braucht...


    Gruß Patrick

  • Mich hat gestern auch jemand gefragt, warum ich nicht N-H nehme.


    Hatte ich nicht groß drüber nachgedacht, weil alles was man so im Netz mitkriegt für Rahmenbau immer Argon genommen wird. Zudem hatte ich genau wie du auch keine Lust auf ne 4. Flasche im Keller (Acetylen,O2,Argon). War also mehr ne Bauchentscheidung.


    Hab dann gestern nen Datenblatt von nem H-N Vertrieb gefunden, in dem das für feinkörnige Stähle mit Zugfestigkeiten über 460N/mm² als Schutzgas nicht zugelassen ist (Stickstoffeinlagerung / Versprödung) und ausschließlich Argon angeraten wird.


    Die Stähle im Rahmenbau haben ja auch ne sehr feinkörnige Struktur, evtl. ist das der Grund für Argon.


    Ich muss sagen, Rahmenbau als Hobby ist so und so ein teuerer Spaß. Ob ich jetzt nochmal 3 Euro mehr in nen Rahmen versenke, weil ich mit Argon statt N-H oder Co2 formiere , ist mir dann am Ende auch egal.
    Gruß, Michael

  • Patrick, Hände weg von einem Argon-CO2 Mix beim Wig schweißen! Als Formiergas/Wurzelschuz hat das schon gar nix verloren. Argon-CO2 ist nur zum Mag-schweißen geeignet.


    Ich Formiere auch mit Argon, weil das geht für Stahl und Titan.


    LG Bastl

  • Man sollte sich dann wohl nicht mit KfZ Leuten unterhalten...
    CO2 war halt nur ne Überlegung weil ein KfZ Schweißer meine die Nähte werden flacher uns sauberer... ich war mir wie gesagt noch unschlüssig, da CO2 Oxidiert, was weder der Elektrode noch dem Werkstoff gut tut.
    Stickstoff und Wasserstoff Versprödung sind mich auch bekannt ind ich kenne die Probleme damit nur sind im Fahrradbereich die Wandstärken dünn und damit die Diffusionswege kurz... ich hätte halt gerne was reduzierendes mit bei um die Anlaufzone klein zu halten...


    Gruß Patrick

  • Die Kfz-Leute Schweißen aber nicht wirklich WIG mit CO2???


    Um die Anlaufzone klein zu halten hilft nur die richtige Gasdüsen/Gaslinsen Kombination. Size does matter in diesem Fall. Also "Jumbo"-Gaslinse und Gasdüse mindestens #10. Achtung, zu hohe Gasdurchflussmenge bringts auch nicht.


    LG Bastl

  • Da ich heute 6 Uhr ausm Bett gefallen bin, hab mich mal anne Drehbank gestellt.


    Kühlkörper mit Formiergasanschluss für das Steuerrohr. Da sind Konen drin, die die Kühlkörper im Rohr spreizen. Mit den Aludeckeln wird dann halbwegs gasdicht abgeschlossen.




    Ist jetzt Kupfer, weil grad noch nen Rest rumlag. Eigentlich ist das etwas weich, Messing wäre schöner gewesen (zu bearbeiten und Kratz-unempfindlicher).

  • :mrgreen:
    Ja, so ungefähr. Bin zum einen kein Langschläfer, zum anderen konnt ich nicht mehr liegen, diverse Poloprellungen fordern ihren Tribut. :roll:


    Hab mich heute um die interne Kabelführung gekümmert.
    Hinterradbremse läuft durchs Oberrohr, beide Schaltzüge durch das Unterrohr. Die Röhrchen treten in den verstärkten Endbereichen ein/aus.


    Zunächst habe ich die Lage der Löcher festgelegt und dann Untermaß-Löcher 5mm gebohrt.


    Aus CroMo Rohrresten hab ich dann Verstärkungsplättchen geschnitzt und mit alten Speichen (als Feder) hinter die zuvor erstellten Öffnungen geklemmt. Das ganze wurde dann mit Silber verlötet.



    Im Unterrohr laufen die Hüllen der Schaltzüge durchgehend. Ich habe 6x0.5mm Messingröhrchen eingesetzt. Das war mittelschwer fummelig, die reinzukriegen und so auszurichten, dass die nicht aneinander klappern. Hat einige Nerven gekostet. Sieht auf dem Foto enger aus, als es ist. Die Röhrchen haben an keiner Stelle weniger als 3mm Luft zueinander.


    Den Zug für die hintere Scheibenbremse wollte ich nicht durchgehend führen. Hatte ein wenig Bedenken wegen der Reibung auf der Länge (kein Ahnung, ob Begründet, evtl. auch nur Spieltrieb). Also habe ich aus einer Edelstahlwelle Kabelstopper gedreht. Diese haben im Grunde die Abmessungen von Endkappen, diese sind dann innen im Oberrohr mit nem 4x0.5mm Messingröhrchen verbunden. Im Messingröhrchen wird der Bremszug mit nem Jagwire „inner-liner“ geführt, das dürfte sehr verlustarm sein.
    Innen:


    Aussen:


    Abschließend die Feile am frisch gebadeten Unterrohr geschwungen und so verschwindet ein Tag Arbeit in der Unsichtbarkeit.



    Gruß, Michael