Brennerempfehlung

  • So hiermit mein erstes erstelltes Thema


    Da ich bald meine ersten Lötversuche starten will bräuchte ich ein paar Empfehlungen bezüglich des Brenners bzw. erstmal eine Einschätzung ob mein derzeitiges Vorhaben überhaupt Sinn macht.
    Bisher hab ich nämlich nur eine große Propanflasche und wenn es irgendwie geht würd ich vorerst auch nur mit dieser arbeiten wollen. Scheinbar gibt es für diese Zweck auch Brenner, die aktiv "mehr" Luft aus der Umgebung ansaugen, damit die Flamme noch ein bißchen wärmer wird.
    Jetzt hoffe ich erstmal auf grünes Licht, dass es auch nur mit Propan geht und warte auf Kaufempfehlungen für den entsprechenden Brenner

  • Also nur ein Propanbrenner wird nicht reichen...
    ich persönlich bevorzuge Propan und Sauerstoff. manche nehmen auch Acetylenbrener, doch Propan ist deutlich gutmütiger in der Handhabung.


    Mit einem Rothenberger MAPP oder MAXIGAS Brenner könnte es für einen einzigen Rahmen vielleicht auch klappen aber solltest du mehr machen wollen nimm auf jeden Fall was größeres. die lassen sich auch besser einstellen


    ich würde mich nach irgendwas in der Größe vom Rothenberger ALLGAS 2000 PS 0,5/2 COMPACT.
    ich finde es praktisch, da man es auch mal transportieren und lässt sich auch gut in der Werkstatt bewegen, deswegen kann das Schlauchpaket kürzer sein.
    Einfach mal zu einem Schweiß- oder Gashändler in deiner Nähe vorbei schauen und sieh dich da mal um.


    hier mal ein Bild des Brenners, der hier steht:

  • hmm schade, wär ja auch zu einfach gewesen
    Also das kleine Ding kommt definitiv nicht in Frage, weil ich das längerfristig machen will
    Ich hab auch schon zwei oder drei ältere Brenner im Keller, die ich demnächst mal fotografiere und hier poste.


    Werd mich dann wohl nach einer Sauerstoffflasche umschauen und mir dann für beide Flaschen einen kleinen Wagen bauen, damit das Ganze in der Werkstatt transportabel wird.

  • ist bei den Brennern schon nen Schlauchpaket mit bei?
    dann bräuchtest du für Sauerstoff nur noch nen Druckminderer und ne Flasche (Miete ist schnell zu teuer, Pfand bzw. Kauf nimmt sich nicht so viel aber auf Dauer ist Kauf Billiger... einfach mal bei dir in der ecke umsehen).
    bei Propan reichen ein einfacher Druckminderer.
    Sauerstoff bekommt man auch bei manchen Baumärkten...


    wir füllen die kleinen Flaschen selber aus großen Flaschen auf was das ganze weiter vergünstigt.

  • Wie bei allem Werkzeug lohnt sparen nicht, dann kauft man doppelt. Richtig gefallen tut mir der Rothenberger Griff nicht, der ist etwas spillerig.
    Mit kleinen Arbeitsflaschen wir ein schön handliches Gerät möglich. Damit reicht auch ein kleines Schlauchpaket. Die kleinen Flaschen werden aus den großen Mutterflaschen gefüllt, dabei sollten die Mutterflaschen für die nicht verflüssigten Gase (Sauerstoff, Argon, CO2) nicht zu klein gewählt werden. Für das Flüssiggasumfüllen (Propan) ist eine handliche Flasche von Vorteil (Flasche wird auf den Kopf gedreht).
    Wenn Du mit einem Flaschenwagen arbeitest, dann muss das Schlauchpaket mindestens so lang sein, dass Du ohne verschieben des Wagens alle Orte erreichen kannst. Brenner abdrehen, Wagen verschieben und zünden wird nervig.

  • wie siehts eigentlich mit fillet brazed und nur Propan aus?
    Dabei muss ja nur das Lot zum Schmelzen und die zu verbindenden Teile auf Arbeitstemp. gebracht werden.
    Bei einer Muffenlötung muss ja auch die Muffe entsprechend aufgeheizt werden, die ja ordentlich Wärmekapazität hat und dadurch zusätzlich stärker erwärmt werden muss.
    Liege ich da richtig oder hänge ich da zu sehr in der Theorie :mrgreen:

  • Also ich persönlich würde bei größeren Hohlkehlen immer mit Messing Arbeiten. Da Silberlot zu Kaltrissen neigt sind Fillets damit nicht sinnvoll und außerdem schweine-teuer... aber messing hat einen höheren Schmelzpunkt.


    das es auch anders geht sieht man hier:



    Diese Gedanken haben wir hier auch alle durch als wir angefangen haben und sind immer wieder bei einem Propan-Sauerstoff-Brenner gelandet, da es auf Dauer besser (weniger wärme, weniger Gasverbrauch) ist...

  • wiki sagt:


    Kaltrisse entstehen im festen Zustand nach Unterschreiten der Solidustemperatur, beispielsweise aufgrund von großen Härteunterschieden, Schweißschrumpfspannungen oder Wasserstoffversprödung.


    Kannst du das vielleicht gefügetechnisch genauer erläutern?
    Meine Werkstoffkunde-Vorlesungen sind schon wieder eine Weile her


    edit sagt: die obere frage hat sich erledigt, google hat es mir wieder ins gedächtnis gerufen


    "weniger wärme, weniger Gasverbrauch"


    mit propan und sauerstoff wird die flamme doch heißer, oder meinst du die wärmeinflussdauer auf das werkstück selbst?

  • Zitat von "spezi light"

    wiki sagt:
    Kaltrisse


    Also Kaltrisse entstehen wie du richtig gelesen hat nach unterschreiten der Solidustemperatur also im Festen zustand. Sie haben was mit der Gefügezusammensetzung und Wasserbeladung zu tun. Meine theoretischen Kenntnisse von Heiß- und Kaltrissen beziehen sich allerdings aufs Scheißen von Stählen Lote sind ne andere ecke. Deswegen kann ich dir nicht genau erläutern was genau im Silberlot vor sich geht. Ich weiß leider ach nicht mehl die Literaturquelle wo das mit den Kaltrissen in Silberlot zu finden war. Richtig ist aber das Verschiedene Werkstoffe eine unterschiedlich ausgeprägte Klatrissneigung haben und die Von Silberloten ist höher als die von Messing loten.


    Die Schrumpfung und er Einspanngrad spielen aber neben der Metallurgie ebenfalls eine Rolle wenn man große Kehlen legt wird in dieser die durch die Schrumpfung hervorgerufene Spannung größer damit steigt die Wahrscheinlichkeit von Klatrissen. Deswegen die Empfehlung dort mit Messing zu arbeiten.


    Beim Arbeiten Mit Muffen ist das Lot nur sehr dünn und damit die entstehende Spannung klein und aufgrund der guten Benetzung und der Fließfähigkeit Silber die, meiner Meinung nach, bessere Wahl.



    Zitat von "spezi light"

    wiki sagt:
    mit propan und sauerstoff wird die flamme doch heißer, oder meinst du die wärmeinflussdauer auf das werkstück selbst?


    Die eingebrachte Gesamtwärmemenge ist kleiner.
    Die Flamme ist heißer damit wird der zu bearbeitende Bereich schneller erwärmt und weniger Wärme kann ins umgebende Material abwandern.
    außerdem kann man lokal besser erwärmen, was das "Ziehen" des Lotes erleichtert und das Arbeiten erleichtert und die Zeit die in Nacharbeiten investiert werden muss verringert. und dadurch den Spass erhöht


    wie gesagt es geht auch mit einem kräftigen Propanbrenner ohne Sauersoff untersützung. Aber der Prozess ist schwerer zu steuern, da die Flamme breiter und kälter ist. also wenn du es öfter machen willst wird kein weg an einem vernünftigen Brenner vorbei gehen..


    Solltest du im Moment das Geld dafür nicht haben kannst du es auch mit einem Propanbrenner probieren. aber nicht entmutigen lassen wenn es nicht klappt.


    die modernen Stähle sind, im Vergleich zu früher, gutmütiger was ihr verhalten im Bezug auf Wärme angeht. Die meisten sind 25CrMo4 oder ähnliche Stähle was schon fast ein Lufthärter (d.h. er härtet schon beim "Normalen" abkühlen aus) ist. Damit widerspreche ich ganz klar den Worten des Herrn Smolik. Man sollt es nicht übertreiben, da der Stahl auch verbrennen kann, aber es ist längst nicht so kritisch wie in seinem Buch dargestellt.


    gruß Patrick



  • Um nochmal auf das Gerät zurück zu kommen, wie lange hält denn eine Füllung der kleinen Sauerstoff/Propan-Flaschen? Sind das 2l Sauerstoff und 0,67l Propan? Besitzt Du die größeren Flaschen zum Umfüllen oder hast Du da Beziehungen? Möchte mir demnächst auch einen Brenner anschaffen und Sauerstoff/Propan scheint die sinnvollste Lösung zu sein.

  • Ja die Flaschen haben 2l Sauerstoff und 0,67l Propan. anfangs habe ich beim Gashändler Sauerstoff umgefüllt. Propan wird ja eh nach Gewicht bezahlt, und der Kollege hat auch die kleine Flasche befüllt...
    Inzwischen hab ich nen 20l Sauerfoffflasche zum selber umfüllen (das ist auf Dauer erheblich billiger). und auch ne 11Kg Propan Flasche, das geht problemlos. Voll reicht das Gas für ca 2 Rahmen... aber wenn man selber umfüllt bekommt man den Sauerstoff nicht ganz voll...


    gruß Patrick

  • hallo
    bisher wurde hier ja nur aufs Löten eingegangen ( abgesehen von RobtheWelder´s Website)
    die Frage für mich ist, wenn man ohne vorkenntnisse (abgesehn vom zusammenbrutzeln von stahl"klötzern" mit Elektrode) rangeht, was ist einfacher oder auch günstiger zu erlernen:
    Löten oder WIG-Schweißen? , wobei ich lieber muffenlos arbeiten würde.


    Grüße

  • einfacher und in der Anschaffung günstiger ist löten , da du keine löcher in die Rohre brennen kannst anders als beim schweißen.
    auf dauer billiger ist schweißen auch wenn es länger dauert bis was ansehnliches bei raus kommt. mein erstes Rahmen Projekt wurde wig geschweißt... (selbst beigebracht) bei meinem aktuellen Tandemprojekt war ich am überlgen wieder zu schweißen hab mich dann aber doch wieder fürs löten entschieden.


    Löten und Schweißen ist beides ne Übungsfrage man kann sich beides selber beibringen mit löten wirst du aber deutlich schneller zum Erfolg kommen.


    Fürs schweißen empfehle ich einen Fußschalter (mehr Spielraum beim Greifen des Brenners) und einen möglichst kleinen Brenner ... denn an nem Fahrradrahmen geht's eng zu.
    Zum Schweißgerät, für Stahl Gleichstrom, einen hohen Strom muss er nicht können (dünne Wandstärken). gut einstellbar sollte er sein.. meiner kann pulsen ich verwende es aber kaum. HF Zündung ist mehr als nur zu Empfehlen beim Schweißen von Fahrradrahmen.


    Wenn du das eine Kannst hilft es dir das Andere zu erlernen... es gibt schon gewisse Ähnlichkeiten z.B. beim "Ziehen" des Schemelzbades.. oder beim verlöten/schweißen unterschiedlich dicker Teile (Ausfallenden).


    aber ich denke da kann RobtheWelder vielleicht mehr zu sagen


    gruß Patrick

  • Nabend.
    Also ich hab so ein China WIG Schweißgerät (Gleichstrom) wo man ohne und mit zwei Pilseinstellungen schweißen kann.
    Das Pulsen habe ich noch nicht gebraucht (vieleicht mal für sehr dünnes Material).
    Kühlung bringt das Argon - HF Zündung ist Pflicht. Reicht allemal.
    OK - wenn ich die AchsBleche für das Seitenwagenrad verschweiße, wird das Paket schon warm.
    Dann mache ich eine Pause. Diese Woche werde ich meine kleine Argonflasche füllen müssen.
    Mal sehen was das kostet. Bisher konnte ich immer über die Firma von einer großen Flasche was abfüllen


    Also ich hab Respekt vor dem Löten.
    Hab es auch noch nie life am Fahrrad gesehen....


    Grüße aus Kaarst
    Robert

  • Namd auch von mir.


    Hihi, ... so hat jeder seine Präferenzen. Der eine hat Respekt vom Löten, der andere vorm Schweißen. Ich bin für das Löten.
    Beides sind lösbare Aufgaben und beides erfordert ein wenig Übung.


    Was die Schweißkonverter angeht, habe ich von mehreren Seiten gehört, dass es wenn es an die Puls- und Wechselstromeinstellungen der China- und einfachen westlichen Geräte geht, nicht unbedingt rauskommt was eingestellt ist.
    Aber Schweißen macht eh erst mit einem 20 kW Faserlaser Spaß

  • hallo!
    danke fuer die Antworten bisher. Es hat also wie immer alles seine Vor und Nachteile...
    beim Schweissen: einfach anfangen und probieren und ueben?
    oder lohnt es sich evtl nen Lehrgang mitzumachen um die Lernphase etwas zu verkuerzen?


    Gruesse!

  • Wenn man jemand hat der einem etwas zeigen kann ist die Lernphase immer kürzer...
    nur viele der "einfachen" Schweißkurse sind fast alle für Elektrode und das hat recht wenig mit WIG zu tun.
    Aber vielleicht findet sich ja ein Schweißer, der dir gegen ein paar Bier eine Übungsstunde gibt...