WIG Schweißdraht: Durchmesser und Legierung

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      WIG Schweißdraht: Durchmesser und Legierung

      Hallo.
      Ich bin jetzt auch Besitzer eines WIG Gerätes und werde demnächst fleißig üben.
      Welche Schweißdrahtstärke bevorzugt ihr für typische Rahmenbauanwendungen ?
      1.6mm ?

      Ich will 25CrMo4 / 4130 Rohrsätze schweißen. Ich hätte nach Datenblatt jetzt CrMo1 Schweißdrähte gekauft. Richtig ?

      Gruß, Michael

      Re: WIG Schweißdraht: Durchmesser und Legierung

      moin,
      1.7339 (sg crmo1) passt.
      für schwarz-weiss verbindungen nehme ich 1.4370. da kannst du wohl auch 1.4337 (er 312 nehmen).

      das meiste mache ich mit 1,2mm (hin und wieder mal 1,0 oder 0,8, 1,6 eigentlich nur wenn ich bei gesteckten ausfallern richtig viel spalt zuschweissen muss), gibts als mig-mag draht günstig von der rolle, wig draht ist in den dünnen durchmessern schwieriger zu bekommen.

      viel spass beim üben.
      grüße aus freiburg

      kai

      Re: WIG Schweißdraht: Durchmesser und Legierung

      Danke Kai.

      Ja, das CrMo hab ich als WIG Draht unter 1.6 mm nicht bekommen.

      Ich hab zum Üben normalen WSG2 in 1.0, 1.6 und 2.0 gekauft.

      In 1mm gab es 1.5424 (W Mo Si), hab ich auch mal gekauft.
      Ich weiß nur noch nicht, ob ich damit 25CrMo4 am Rad schweißen sollte oder nicht.
      In den amerikanischen Foren für HotRod / Dragster raten sie für die 4130 Cromo Käfige/Chassis immer zu niedriger legierten Schweißzusätzen um in der Naht eine nicht zu hohe Streckgrenze / höhere Duktilität zu haben. (keine Ahnung, ob da in der Bruchdehnung wirklich nennenswerte Unterschiede sind, CrMo hat doch ne gute Bruchdehnung)


      MIG/MAG Draht geht ? Ich dachte bisher vom Hörensagen, die Legierungen seien anders. Ich sprech meinen Werkzeughändler mal drauf an. Das wär natürlich dann super.

      Re: WIG Schweißdraht: Durchmesser und Legierung

      MIG/MAG Draht geht ? Ich dachte bisher vom Hörensagen, die Legierungen seien anders. Ich sprech meinen Werkzeughändler mal drauf an. Das wär natürlich dann super.


      bei MAG Draht gibts im unterschiede im Si anteil der das Flussverhalter angibt. Sollte die beim WIG schweißen aber nicht weiter stören.

      grüße

      Re: WIG Schweißdraht: Durchmesser und Legierung

      Mag Draht hab ich noch nicht probiert, danke für die Erläuterungen zum Si Anteil. Werd ich mal testen.

      Da das Thema jetzt nochmal hochkommt und ich damals noch in Unwissenheit wegen CroMo Füller gefragt habe, vielleicht hier nochmal das, was ich mir im letzten Jahr zusammengelesen habe:


      Meines Wissens braten viele die Cromo Rohre mit unlegiertem SG2 / WSG2.
      Auch die amerikanischen Rahmenbauer arbeiten oft mit unlegiertem Zusatz, so empfiehlt es auch Miller Schweißtechnik. ( ER70S-2 = W SG2, alternativ wird auch der mittellegierte ER80S-D2 empfohlen = W Mo =1.5424) Auch Reynolds rät zu 70S bzw. 80S, ich hänge mal die Reynolds Datenblätter an.






      MO-Füller / ER80S erreicht in der Naht Festigkeitswerte, die dem CroMo Grundwerkstoff entsprechen, somit etwas höherfest als SG-2, aber leider auch weniger duktil.

      In den USA ist seit Don Ferris (Anvil) Weldmold 880T sehr beliebt, ist aber hier nicht zu kriegen und teuer. Ist nen Füller für schwarz/weiß Verbindungen (rostfrei/normaler Stahl). Soll sehr gut fließen, die Nähte sind extrem schön anzuschauen.
      Habe noch nicht rausgefunden, was das Equivalent nach deutscher Normung ist. Ein ER312 bzw. 1.4337 ist vermutlich ähnlich, wird auch von einigen CroMo Schweißern verwendet, weil die Edelstahldrähte wie gesagt schön fließen und sich die typischen augenschmeichelnden Regenbogen-Farben einstellen.
      Hinsichtlich der Nahtqualität in Verbindung mit CroMo (in Sachen Duktilität, Bruchdehnung etc., Zugfestigkeit ist eher uninteressant) sind die Edelstahlfüller zumindest umstritten und auf dem Papier einem SG2 unterlegen. (die Zugfestigkeit eines 1.4337 ist höher, aber da reicht ein SG2 auch aus)

      Es wird überall ausdrücklich abgeraten CroMo / 4130 Füller für Bauteile ohne anschließende Wärmebehandlung zu verwenden.
      Meines Wissens gibt es mit CroMo Fülldraht böse Aufhärtungen, die Verbindung wird sehr spröde und muss zwingend nach dem Schweißen wärmebehandelt werden.

      Lange Rede,kurzer Sinn: Tendenziell ist rein technisch ein ER70-S / SG2 wohl das Mittel der Wahl, wenn eine gute und duktile Naht das Ziel ist. Ich habe auch normalen SG2 verwendet. Habe auch mittellegierten Mo-Zusatz 1.5424 hier, den ich aber aus Angst vor der geringeren Duktilität noch nicht verwendet habe.

      Ich verwende für die meisten Verbindungsstellen 1.2mm Draht. Komm ich gut mit klar und WSG2 ist so billig, dass ich bisher zu faul war, etwas anderes zu probieren.

      WIG Schweißdraht: Durchmesser und Legierung

      Du darfst dich nicht verückt machen :)

      Zuviel Infos bringen nur Durcheinander...Du wirst nie an diese Grenzen kommen

      Ich würde auch mit rostfreien Zusätzen an schwarzen Rohren schweissen. Aber vorziehen würde ich schwarze Zusätze. Schwarz/weiß Verbindungen sind aber immer eine Sache für sich. Vorsicht - Bei Edelstahlrohr<em>verbindungen</em> sollte die Wurzelschweissung formiert werden - d.h.  innen muss der Wurzelbereich mit Argon oder einem spez. Formiergas geschützt werden. Zwischen Schweissungen mit/ohne Formiergas liegen Welten...

      Ich habe hier nur Stäbe in 2 mm. MAG Drähte stehen mir auch in 1 mm zur Verfügung - sind aber immer so blöde zu händeln...

      Robert
      also umd dass Thema auch mal wieder auf zu greifen:

      am meisten geeignet ist mit scherheit der crmo 1 si. Das Problem dabei ist allerdings, dass der nicht wirklich zu den Standartdräten gehört. D.h. wer nicht gleich nen 25kg Pack nimmt muss mit preisen um die 100€/kg rechnen.

      Was die Aufhärtungen anbelangt, so sollte es da eigentlich nicht sooo die Großen probleme geben, da die meisten Fahrradstähle (meist ja eh der 1.7218) eh Normalgeglüht sind. D.h. einfach nach dem Schweißen die Nähte noch mal mit dem Lötbrenner anlassen (sollten so um die 500 grad sein muss ich aber noch mal genauer nach schlagen) und an der Luft abkühlen lassen. Dann sollten eigentlich ähnliche Werte entstehen wie der Stahl bei lieferung hatte.

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      Gruß

      Adrian