Fügen des vorderen und hinteren Rahmendreiecks

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      Fügen des vorderen und hinteren Rahmendreiecks

      Guten Tag,

      ich möchte ein Rennradrahmen in Muffenbauweise bauen und bei der Planung bin ich auf die folgenden Fragen gestoßen.

      1. Ist es besser das vordere Rahmendreieck (Sitzrohr/Oberrohr/Unterrohr/Steuerrohr) und das hintere Dreieck (Kettenstreben/Sitzstreben) separat zu heften/löten/richten und dann zusammenzufügen? Oder ist es sinnvoller den ganzen Rahmen, mit allen Rohren, in einer Lehre zu heften und anschließend außerhalb der Lehre durchzulöten und danach zu richten.

      2. Wird ein Rahmen nach dem Heften gerichtet oder erst nach dem durchlöten?

      3. Wie wird ein Rahmen nach dem Löten gerichtet?

      Bestimmt habe ich noch mehr Fragen, die ich jetzt noch nicht weiß. Ist ja alles ein Prozess.

      Beste Grüße,

      RadElse
      Moin,

      Ich würde den Rahmen nicht in einem in der Lehre durchheften und schon gar nicht durchlöten, da der Verzug duch den Wärmeeintrag ggf. je nach Art der Lehre komische Abweichungen von den gewollten Winkeln nach sich ziehen könnte. Auch aus diesen Gründen hefte ich nur in der Lehre und löte außerhalb durch. Grundsätzlich mache Ich es in dieser Reihenfolge ("Tim Paterek-Schule"):
      a) Sitzrohr ins/ans Tretlagergehäuse. Den rechten Winkel zwischen (gedachter) Tretlagerachse und Sitzrohr prüfe/richte nach dem Heften.
      b) Unterrohr ans Steuerrohr. Danach den Winkel der beiden zueinander prüfen und ggf. richten (ist der wichtigste am ganzen Rahmen)
      c) Oberrohr ans Steuerrohr. Danach Flucht von UR und OR zur Längsachse des Rahmens prüfen und ggf. richten
      d) Sitzrohr inkl. Tretlagergehäuse mit UR/SR/OR zum vorderen Rahmendreick verheiraten
      e) hintere Ausfallenden im richtigen Winkel in/an die Kettenstreben. Ggf. richten
      f) Kettenstreben im Tretlagergehäuse anpassen und einlöten. Hinterrad einbauen und den Hinterbau, der durch die noch fehlenden Sitzstreben recht weich ist, richten
      g) Sitzstreben ein-/anpassen und verlöten
      Der Rahmen sollte jetzt eigentlich keine großen Abweichungen mehr haben.
      Es mag auch andere funktionierende Vorgehensweise geben, aber diese funktioniert für mich sehr gut.

      Um einen kompletten Rahmen wirklich prüfen und richten zu können, braucht es IMHO einen komplett ebenen Tisch in der Größe des Rahmen sowie eine stabile Aufspannmöglichkeit am Tretlager oder Steuerrohr. So ein Teil dürfte für den Hobby aber eher unerschwinglich sein.

      Gruß
      Olaf
      Dem grundsätzlichen Ablauf kann ich mich anschliessen, wobei ich mich auch schon mal bei einer Kleinserie von hinten nach vorne gearbeitet habe.
      Macht aber nur bei Serienfertigung Sinn...

      Zum Thema Richten:
      Wenn du magst oder kannst, kann man nach dem Heften checken was Sache ist, aber mit dem Wissen, dass das Ding nochmal heftig arbeiten wird, besonders am Anfang, wenn man eher unsymmetrisch Hitze einbringt.
      Sollte man eine Lehre haben, der man trauen kann, wie in meinem Fall eine Anvil, kann man diese zum Checken nutzen und dann ausserhalb an einem Schraubstock oder ähnlicher Aufspannung "einwirken".
      Jedoch sollte man beachten, dass je nach Legierung und Rohrdurchmesser mehr oder weniger gerichtet werden kann.
      Bei einem MTB mit dicken Rohren und Reynolds 853 kann man auf jegliche Gewalteinwirkung verzichten, weil man plastische Verformung fast nicht mehr erzeugen kann.
      Da hilft dann nur noch Flammrichten und das ist sehr tricky und lernt man am besten von nem alten Hasen...

      Zur Abfolge beim Richten:

      1. Tretlageraussenfläche planen
      2. Sitzrohr überprüfen, z.B. mit langem steifen Lineal rechts/links an Tretlagerhülse anlegen und Abstände messen. Dann ggf. richten/biegen und Abstände angleichen.
      Weitere Punkte ergänze ich demnächst...
      Individuelle Fahrradrahmen aus Stahl I Rahmenbaukurse I Prototypen- und Kleinserienfertigung

      www.portus-cycles.de