Magdeburg baut!

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      Magdeburg baut!

      Hallo liebe Freunde!

      Ich fang mal wieder einen Thread an und hoffe, dass ich dieses Mal das Rahmenbauprojekt bis zum Ende dokumentieren kann.

      WansHurst und ich bauen nicht nur eine Lehre, sondern auch beide einen neuen Rahmen für den Sommer.

      Bevor wir in den nächsten Wochen den Rahmenbau zeigen und die Details erklären, möchten wir zunächst mit unseren Steuerrohren beginnen, die wir beide eigens für unsere Vorhaben entworfen haben:




      War ein ganz schöner Spaß für den Dreher bei uns an der Uni :)

      So, wir hoffen nach diesem Anfang auchsehr bald mehr zeigen zu können, sowohl von der Lehre als auch von den Rahmen.

      Beste Grüße

      Julian
      Julian und ich haben es mit der Doku ganz schön schleifen lassen ... jetzt kommt also mal ein update:

      Alles hat mit dem Entwurf unten begonnen. Der Traum des Abfahrts-orientierten Hardtail wurde über einige Zeit gesponnen und in diesem CAD Modell festgehalten und visualisiert. Sieht ein bisschen aus wie ein Dirt-Rahmen, ist aber einfach so klein weil ich so kurz bin. :D ISCG05 da eine Hammerschmidt drankommt. Ansonsten X-12 Ausfaller, 44iger Steuerrohr, 73iger Innenlager, für 26" Räder.


      Das ganze ist/wird mein erster selbst entworfener Rahmen und von mir gebaut. Die erste Herausforderung war das Unterrohr welches gebogen sein soll... In meinen Augen einfach sehr schick. Leider habe ich noch nie so ein dünnwandiges Rohr (oder irgendein anderes) gebogen. Der erste Versuch war bei einer Hydraulikbude um die Ecke. funktioniert natürlich nicht. :thumbdown: Glücklicherweise ist das Rohr mit 3 Fuß lang genug für einen zweiten Versuch. Da hier dann alles gut gehen musste, habe ich mich für die arbeitsaufwendige Art entschieden von der ich gehört habe aus steinzeitlichen Überlieferungen. Feinen Sand ins Rohr stopfen, ewig klopfen und dann etwas warm machen und ab dafür. Also wurde das 34,9er x0,9 mm Rohr an einem Ende mit Neusilber zugelötet. Dann mit sehr trockenem Quarzsand (ähnl. Vogelsand) gefüllt und lange geklopft und gestopft bis nix mehr rein ging. Dann habe ich die andere Seite zugelötet und noch eine Schraube draufgepackt damit ich noch extra verdichten kann. Als nächstes mit einem Brenner kurz vor der ersten Rotfärbung erwärmt im Bereich wo gebogen werden soll. Zuletzt wurde mit einer ganz einfachen hydraulischen Biegemaschine (mit so einem Wagenheber zum Druckaufbau) gebogen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen:




      Die nächste Baustelle war die Sattelstütze. Es ist ein ziemlich fettes Rohr weil es den fast passenden 31,5er Innendurchmesser hat. Um es nicht zu schwer werden zu lassen wurde es auf 0,7mm abgedreht:




      Der Hinterbau war also die erste Herausforderung. Zunächst musste für Reifenfreiheit gesorgt werden. Realisiert aus 2mm Edelstahl und Silberlot:


      Da ich einen Achsdummy aus Amulinum habe, habe ich noch eine Wärmebrücke aus Edelstahl angefertigt. Der Achsdummy wurde dann etwas abgedreht und passt nun perfekt für die Synatec :D Ausfaller:


      Das Löten der Ausfaller ging wirklich super, der Jig ist etwas improvisiert, ging aber auch gut.



      Dann wurde so langsam die eigentliche Lehre genuzt:



      Dann wurde heftig viel Messing verballert:
      Die Biegeerfahrungen wurden dann noch ausgebaut nachdem die erstklassigen Streben von Preiss mich angespornt hatten das auch zu versuchen. Den ganzen Aufwand mit Stopfen habe ich hier gelassen, das geht auch subba bei den kleinen Rohren:



      Die Kaffeemühle im Kettenblatt (Hammerschmidt) braucht dann ja leider eine ISCG Aufnahme. Da habe ich dann ein 5mm Blech lasern lassen und eine 4mm Kreistasche mit 0,1 mm Spalt zum Tretlager reinfräsen lassen. So konnte ich es verhältnismäßig plan auflöten. Das wurde dann mit Silber vollführt. Verwendet habe ich einen einfachen Baustahl S355, da der einfach zu finden war.



      Hier die Sitzstreben vor dem löten und der verwendete "Jig". Gelötet wurde mit Achsdummy aber ansonsten ohne Lehre. Magneten sind (solange man sie nicht erwärmt) ein tolles Hilfsmittel!





      Das Ergebnis gefällt mir mit Wegwerfhenkel noch besser und wurde hier vorerst nur zusammengesteckt. Jetzt muss noch ausgerieben und plangefräst werden, sowie eine Scheibenbremsaufnahme dran:



      bald gibt es hoffentlich ein finales Update ...
      WOW, nicht schlecht!
      Das Bild mit dem geknickten Rohr; ist das der erste Versuch aus der Hydraulikbude? Hattest du das Rohr da auch schon gefüllt?
      Und welches Rohr hast du für die Sitzstreben genommen? ist das auch 16er?
      Jedenfalls nicht schlecht... und ein ordentliches Tempo vorgelegt, hier!
      Was issn mit dem Anderen? wie siehts aus mit dem Fat?
      Das Bild mit dem geknickten Rohr; ist das der erste Versuch aus der Hydraulikbude?


      Ja genau. Da habe ich das die Hydraulikbude mal probieren lassen. wie man sieht, nicht erfolgreich.

      Hattest du das Rohr da auch schon gefüllt?


      Nein, das Rohr war damals nicht gefüllt. Aber bei so dünnwandigem Rohr geht es eben nicht ohne innere Abstützung (Wusste ich eigentlich schon vorher ... :rolleyes: ). Aber insgesamt war das mit dem mit Sand füllen ganz ok wenn man nur wenig Bögen biegen muss.

      Und welches Rohr hast du für die Sitzstreben genommen? ist das auch 16er?


      Ja genau, das ist 4130/25CrMoV4 16mm Geröhr mit 0,9mm Wandstärke (5/8*0,0035 zoll).

      ​Was issn mit dem Anderen? wie siehts aus mit dem Fat?


      Julian hat sein Fatbike schon fertig. Er war sogar vor mir fertig ... nicht zuletzt wegen deiner schicken Sitzstreben :thumbsup:. Allerdings musste er auch ultra schnell sein, da er das Rad dann sofort aufgebaut hat und in die Staaten gejettet ist. Er wird selber nochmal posten sobald er nicht ganz so beschäftigt ist die Amis mit dem Fatbike platt zu rollen :P

      Jetzt habe ich aber gleich noch eine Frage an die erfahrenen Rahmenbauer hier. Ich habe vor meinen Rahmen mit Leinöl oder ähnlichem zu "brünieren" und so erstmal eine Saison damit mein Unwesen zu treiben. Ich habe mal einfaches Leinöl testhalber auf 2 Reststücken gepinselt und dann abgebrannt mit einem Butangasbrenner. Hier das Ergebnis:



      Das obere ist ganz schön geworden, da das Öl gleichmäßig abgebrannt ist, ohne dass es vorher getrocknet ist. Das ist nämlich beim unteren passiert. Da habe ich wesentlich mehr Öl verwendet, welches dann nicht gleichmäßig abgebrannt ist. Ich habe allerdings den Eindruck, dass es nicht so richtig geklappt hat. Außerdem musste ich das ganze ziemlich heiß machen, nicht optimal. Hat das jemand schonmal mit Leinöl ausprobiert? Sah es bei euch ähnlich aus?

      Alternativ habe überlegt zur chemischen Keule zu greifen. Es gibt ja solche "Kaltbrünierungs-Sets":
      ebay.de/itm/Brunierung-Kaltbru…37319?hash=item3a7d2d8107
      Ob sowas besser klappt?
      Salut!
      Kaltbrüniermittel habe ich jede Menge... wenn du was willst; sagen! hab ich mal in nem Job gebraucht...
      Was aber besser funktioniert, ist das Kaltbrüniermittel aus dem Waffenbereich.... geh zum Waffenhans um die Ecke und nimm eine kleine Flasche davon... das versiegelt auch fein... werde ich jetzt auch provisorisch nehmen...
      Das Zeugs, welches ich habe, muss irgendwie besser nachgewaschen werden... sonst gibt das eine sehr rostige Oberfläche... den Kram -Neutralisierer nennen die das, glaube ich, habe ich aber auch. Das musst du bei dem Kram vom Waffeningo nicht machen... da ist irgendwie gleich schon ein Oberflächenschutz mit drin!?