PORTUS Cycles goes Pinion

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      PORTUS Cycles goes Pinion

      Hi Leute,
      ich dachte, dass ich mal versuche das nächste Kundenrad hier ein wenig zu dokumentieren, damit der ein oder andere was aus meinen Fehlern lernt ;)
      Gesetzt ist ein 650b Pinion Enduro Rahmen mit 44er Steuerrohr, 42er Unter- sowie 34,9er Ober- und Sitzrohr. Der Hinterbau wird am Wochenende final festgelegt. Geometrisch orientieren wir uns stark am Ragley Piglet 2 in 16" mit leichten Anpassungen beim Lenkwinkel sowie beim Reach.
      Obwohl eine Pinion Aufnahme aus Stahl mittlerweile erhältlich ist, wird es eine eigene Lösung geben, weil das Zukaufteil aus Guss einfach zu glatt ist und vor allem das Getriebe versteckt.
      Nach einigen Schleifen sieht das Ganze jetzt wie im Anhang aus. Von der Idee, die Kettenstreben an ein weiteres Rohr zu verbinden bin ich mittlerweile aus Platzgründen für dicke Reifen wieder abgekommen.
      Die Höhe der Seitenprofile habe ich mir aus der Pinion Brücke abgekupfert um eine ähnliche Steifigkeit zu erzielen. Als Verbindung zwischen den Seitenprofilen und Anschluss für Sitz- und Unterrohr sind zwei Rohrsegmente (51mm) aus Cromo geplant.
      Wenn alles klappt werden heute auch noch gleich die Sachen per Wasserstrahlschneiden hergestellt und dann am Wochenende losgelegt. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und Blumen :P
      Das Pinion Radl musste heut noch ein wenig warten, aber dafür wird es das Erste mit der neuen Lehre, dich ich heute montiert hab. Die Achsaufnahme hat etwas Zeit gekostet ist aber lecker geworden...
      Morgen noch die Winkeligkeit checken und die Massstäbe einmessen /montieren, damit es am Montag Vollgas weitergehen kann.
      Heute ist nicht viel passiert, auch wenn ich gefühlt den ganzen Tag in der Werkstatt war, aber die Aufnahme ist jetzt immerhin zusammengesteckt. Die Lehre fast einsatzbereit. Beim Biegen der Seitenbäche hab ich mir fast in die Hosen gemacht. Wie fast immer unnötigerweise. Naja man wächst mit seinen Aufgaben ;)
      Hallo Alex,

      sehr beeindruckend!

      Dass Du beim Biegen etwas nervös geworden bist, kann ich gut nachvollziehen. Die Idee, die Biegung durch den Ausschnitt zu vereinfachen, ist sehr pfiffig - allerdings sind die "Reststege" nach meinem "Bauchgefühl" etwas dünn.

      Ich freue mich auf weiter Bilder / Berichte und bin sehr gespannt.

      Viele Grüße
      Ulrich
      @Ulrich. Das "offene Fenster" hab ich natürlich heute mit Schweißzusatz geschlossen. Ging hervorragend. Die Idee ist aber nicht von mir, sondern von meinem ehemaligen Chef Flori Wiesmann.
      Grundsätzlich hab ich heut viel Kleinvieh gemacht und am Ende des Tages gefühlt wenig getan.
      Nunja. Immerhin ist die Aufnahme zu 70% fertig, sodass ich morgen relativ bald an den Hauptrahmen gehen kann.
      Das Einrichten mit Distanzstücken war sehr zeitraubend, aber ist nun mal nötig, damit das Getriebe später auch da ist, wo es sein soll.
      Hab dann zwei Gewindestücke mit den Seitenteilen und Silber verlötet, damit das Ganze mal eine Grundstabilität hat.
      Dann ab ins provisorische Bad damit, damit ich umgehend wieder daran arbeiten kann.
      Das Heften war dann doch recht tricky mit dem billigen Schweißgerät ohne Fusspedal.
      Ich denke das Resultat kann sich sehen lassen und ich freu mich schon jetzt, wenn das Ding mit dem Rahmen verheiratet wird...
      Hallo Alex,

      als bekennender "Nichtschweißer" komme ich naturgemäß nicht auf solche Ideen - um so beeindruckter bin ich dann natürlich :thumbup:
      Ist das ein "Heizstab" der auf den Kanthölzern aufsitzt und im Eimer steckt?
      Schöne Arbeit - ich freue mich auf mehr.

      Viele Grüße
      Ulrich
      Ulrich: der Heizstab wurde korrekt identifiziert ;)

      Nachdem der gestrige Tag sehr durchwachsen war und die Gehrungen am Hauptrahmen gerade so fertig wurden, bin ich mit ungutem Gefühl ins Bett gegangen.
      Ich hatte nämlich mit meinem ehemaligen Chef Florian Wiesmann einen Termin ausgemacht und wollte/sollte den ganzen Rahmen vorbereitet mitbringen.
      Hintergrund ist, dass ich aktuell noch kein Schweißgerät mit Fusspedal habe. Um die Anforderung "Bikepark" ohne Bauchschmerzen erfüllen zu können war mir die Verwendung eines selbigen aber lieber, als mein derzeit nutzbares Gerät. Ich habe zwar vor ein paar Wochen ein Lastenrad damit gebaut, aber bei dünnen Rohren würde ich fast für ein Pedal töten.
      Ich bin dann deshalb losgezogen und 200km gen Süden gefahren.
      Vor Ort dann direkt meine neue Lehre aufgebaut und erstmal die Pinion Aufnahme duchgeschweißt.
      Danach gäbs dann erstmal Schnappatmung, als ich die Seitenteile zur Aufnahme der Getriebebrücke in die Rahmenlehre montieren wollte. Eine Bohrung war aufgrund meiner Stegkonstruktion und dementsprechenden Verzug etwas versetzt. Nach ein paar Biegeversuchen hab ich das Projekt schon den Bach runterfließen sehen...
      Auf wundersame Weise hat dann jemand mit einem Hammer und zwei gezielten Schlägen das Ganze wieder ins Lot gebracht.
      Danach hab ich den Turbo eingelegt, den Rahmen geheftet und direkt den Hauptrahmen geschweißt. Das Ganze sieht auf jeden Fall schon mal sehr lecker aus!
      Heute gehts an den Hinterbau..

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      Moin!
      Nachdem der lange geplante Urlaub trotzdem so plötzlich kam und das Internet in Italien äußerst dürftig war, gibts erst jetzt ein Update.
      Grundsätzlich hat das händische Anpassen der Kettenstreben viel besser funktioniert als gedacht. Einmal grob den Winkel mit der Säge, dann den Rest mit der großen Flachfeile und dann waren die Dinger passend sowie schnell geheftet.
      Da der Rahmen hinten auch eine 180mm Scheibe verpacken soll und die CAD Bauraumprüfung eine sichere Kollision zwischen Bremssattel und Sitzstrebe versprach, musste also noch eine 20° Biegung in die Streben. Nachdem das erste Mal "Freiformbiegen" bei Markus' Reiserad super funktioniert hat war ich guter Dinge und wurde enttäuscht :P
      Trotz kleinerem Durchmesser und kleiner Holzform gab das Rohr bei 10° schon nach...
      Nach kurzem Kriegsrat mit mir selbst, habe ich dann entschieden die Strebe zu teilen und jedem Stück eine 80° Gehrungen zu verpassen um diese dann wieder zu schweißtechnisch verheiraten und anschließend zu verschleifen. Das Verschleifen von Hand war kein Spaß, aber mit einer Maschine nimmt man schnell zu viel Material ab.
      Die Gehrungen zwischen Sitzstreben und Sattelrohr haben mich dann auch ordentlich Nerven gekostet, weil das maschinell mit Florians Vorrichtung und meiner Biegung sowie Bauabfolge (Kettenstreben bereits geheftet) nicht möglich war.
      Da ich bisher keinen "Support" zum Fixieren der Sitzstreben habe, musste der ehemalige Kollege beim Heften als Halter herhalten. Eher unentspannt waren diese dann auch an Ort und Stelle, weil die Lehre aktuell noch nicht drehbar ist.
      Nach dem Heften habe ich dann alles zz (ziemlich zügig) verbraten und möglichst schnell wieder die Heimreise antreten zu können.
      Am nächsten erfolgte nach einer deliriösen Heimfahrt die erste Probemontage. Hoch erfreut war ich über die Tatsache, dass sich die Schrauben der Pinion Aufnahme nach dem Schweißen ohne Probleme wieder vom Dummy trennen ließen und kein erneuter Verzug feststellbar war.
      Heut werde ich mich wohl an die Logos machen, damit das Gerät spätestens Ende der Woche zum Beschichter kann.
      Ich bin nachträglich völlig beim "Preiss", da das Stückeln der Sitzstreben auch technisch bez. Festigkeit nicht die beste Wahl ist. Da ich erst zuhause festgestellt habe, dass beim "Freihand" Heften der Streben wohl etwas verrutscht ist, war klar, dass ich da nochmal ran muss.
      Nachdem sowieso ein Termin beim Rohrhersteller Dedacciai im Rahmen unseres Urlaubs am Gardasee anstand und diese seit kurzer Zeit eine speziell gebogene Sitzstrebe anbieten, war die Entscheidung die Sitzstreben wieder sehr vorsichtig zu entfernen, relativ leicht.
      Über den Besuch bei Deda werde ich nochmals im einem gesonderten Bericht evtl. hier oder in Form eines Beitrags bei stahlrahmen-bikes.de berichten.
      Auf jeden Fall ging es nach dem Urlaub umgehend wieder mit den neuen Streben ans Eingemachte und and die richtige Stelle. Leider hab ich es versäumt von der Operation Bilder zu machen und lasse im Folgenden einfach ein paar Bilder sprechen.

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      Nachdem der Rahmen in der Rekord-Zeit von zwei Tagen! in Fellbach bei Stuttgart von Götz-Pulverbeschichtungen beschichtet wurde, hat der Kunde diesen direkt eingesammelt, damit das Rad fertig aufgebaut bei unserer offiziellen Werkstatt-Einweihung am Freitag erstrahlen konnte.
      Da die Logos aus Zeitgründen nur teilweise freigelegt wurden, durften wir mit Geduld und Spucke nochmal ran. Dafür war es ein schönes Erlebnis, dass André selbst noch ein wenig zum Finish beitragen konnte und die erhabenen Stellen am Ausfallende von Paragon Machineworks selbst freilegte.
      Im Bezug auf die Details sind das freigelegte "p" im Hinterbau, das mit eingebautem Hinterrad kaum zu sehen ist, aber eben doch vorhanden ist sowie unser Logo in Edelstahl auf dem Steuerrohr mein persönlich liebstes Detail, das in diesem Fall auch eine Premiere war und jetzt natürlich öfter bei einem solchen Steuerrohr zum Einsatz kommen wird.
      Nachdem wir dann auch die Schaltansteuerung im wahrsten Sinne des Wortes des Getriebes "begriffen" hatten war die erste kurze Fahrt auf der Straße ein schönes Erlebnis, wenn der Kunde sich erstmalig auf das Rad setzt und einfach losfährt, wo doch noch vor ein paar Wochen ein paar Rohre und Bleche auf der Werkbank lagen.
      Ganz große Gefühle kamen für mich dann am Samstag auf, als wir eine erste kurze Jungfernfahrt auf meinen Lieblings-Trails rund um Pforzheim unternommen haben.
      Den stolzen neuen Eigentümer beim Fahren beobachten zu können sowie hin und wieder sehr positive Kommentare zu bekommen, ist einfach ein tolles Gefühl, weil man so eine direkte Rückmeldung eher selten bekommen wird.
      Alles in allem hat mich dieses Rad sehr in Anspruch genommen und teilweise stark herausgefordert. Gerade stelle ich fest, dass das Rad fast genau auf den Tag innnerhalb eines Monats entstanden ist, "nebenbei" noch eine neue Rahmenlehre entstanden ist, einige andere Dinge in unseren sozialen Fahrradwerkstatt erledigt habe und dann noch eine Woche im Urlaub war. Ich glaube da kann man ein wenig stolz auf sich sein und ich stelle mal wieder fest: Man wächst mit seinen Aufgaben und das nächste Pinion-Rad geht mit Sicherheit ein wenig leichter von der Hand.
      Demnächst wird es an dieser Stelle noch ein paar Bilder-Updates geben, da der gezeigte Aufbau noch nicht der endgültige ist.
      Ich bin jetzt jedenfalls stark vom Thema Pinion Schaltung angefixt und werde mir auf kurz oder lang selbst ein ähnliches Rad auf die Räder stellen.
      In jedem Fall recht herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit!

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