Bilaminate

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      Hallo Freunde,
      ein momentan immer (wieder) häufiger auftretendes Element im Stahlahmenbau sind Bilaminat-Fake-Muffen.

      Ich muss sagen, dass ich die Optik auch häufig betörend elegant finde und in der Bauweise auch einen Weg zu schlichten Gussets an stark belasteten Stellen sehe, zum Beispiel an MTB Rahmen.

      Wie produziere ich die Rohrhülsen am besten?

      Konkret auf 34,9mm Rahmenrohre bezogen, hat jemand eine Bezugswuelle für nicht Edelstahlrohre in 38*1,5 mm oder 37*1mm ? Das würde sich ja hervorragend eignen.

      Ich habe hier einen Versuch gemacht, bei dem ich ein Stück Rohr gleicher Art wie das Hauptrohr geschlitzt habe und über das Hauptrohr gestülpt habe. Das liegt theoretisch und Praktisch sauber an, ist aber natürlich unter Spannung und mann muss den Schlitz mit Lot verfüllen.
      Ich fertige davon jetzt mal Schnitte an um den Lotfluss zu kontrollieren und poste dann auch Bilder.
      Hat Jemand diese Methode schon einmal versucht? Kann man davon abraten?

      Für Insbierationen sehr dankbar

      Julian

      Re: Bilaminate

      Hallo,

      bilaminate als fake-Muffe zu bezeichnen ist unpassend.

      Passendes Rohrmaterial findet man, indem man den Rohrdurchmesser 1/8-Zoll größer und die Wandstärke mit 0,058 oder mit 0,065 Zoll wählt. Bei 0,058 Zoll ist etwas mehr Spiel - da würde ich Messing verwenden. Bei 0,065 Zoll muss man etwas mit der Reibahle o.ä. nacharbeiten - dann ist es sehr passgenau und man kann Silber verwenden - so mache ich es.
      Bezugsquellen sind z.B.
      tennant
      pfa metals
      sky craft
      arigoteknik
      aircraftspruce

      Grüße
      Ulrich
      Hallo,

      normal würde ich schon darauf achten, die Lotreihenfolge nach der Arbeitstemperatur zu staffeln. Also erst mit hoher Arbeitstemperatur (z.B. Messing) und später mit geringerer Arbeitstemperatur (z.B. Silber) zu löten.

      Das ist aber auch abhängig wie das Bilaminate ausgeführt ist:
      Lötest Du im zweiten Arbeitsgang ein "anschließendes Rohr" mit Messing stumpf an eine Hülse, die mit Silber über das "Grundrohr" gelötet wurde, wird das Silber zwar wieder aufgemscholzen aber es läuft nicht oder nur kaum weg und an das aufgeschmolzene Silber sollte auch kein Sauerstoff gelangen - hat also keinen größeren Effekt.
      Hast Du hingegen eine Hülse mit Silberlot über das "anschließende Rohr" gelötet und lötest dann mit Messing beide als eine Einheit an das "Grundrohr", dann wird Dir das Silberlot in den Lotspalt lauften, der eigentlich mit Messing geschlossen / verlötet werden soll. Einerseits fehlt dieses Silberlot dann irgendwo zwischen Hülse und "anschließendem Rohr", andererseits ist die zweite Lötung von unbekannter Qualität, da sich zwei Lote mehr oder weniger unkontrolliert mischen, das Silber auf Grund der hohen Temperatur evtl. schon Bläschen hat etc. - das würde ich vermeiden wollen.

      Deswegen kann ich den Anderen nur beipflichten: BILDER!!! auch ohne Androhung von drastischen Maßnahmen ;)

      Viele Grüße
      Ulrich
      Je nach Art der Verbindung können unterschiedliche Reihenfolgen sinnvoll sein, wie Ulrich schon sagte.

      Es gibt durchaus auch Leute, die die Bilaminate Stummel ansetzen (wie Muffen) und dann die Rohre einlöten.

      Ich bin mir nicht ganz sicher wie Dave Wages (Ellis Cycles) das hier macht.
      Ich glaube, er tackt die Stummel nur, schiebt dann die Rohre ein und lötet den Spalt zwischen Stummel und Rohr, wie auch die Stumpfverbindung in einem Arbeitsgang mit dem selben Lot. Ist mir recht sympathisch. Wobei natürlich die Hitzekontrolle, sollte es Messinglot sein (könnte eher fillet pro sein der Farbe nach, ist schwer zu sagen), nicht ganz ohne ist beim Spalt zwischen Rohr und Überschiebling.




      Hat einer mal den Datenblatt zu Fillet Pro? mich würde interessieren was das ist...
      Ich hab zwar nen paar Ideen würde es aber betätigt wissen... sonst schreib ich Peter mal an.
      Man kann Muffen ja auch mit Messing oder Neusilber machen. Es gibt ja Lote mit 5% Silber, werden manchmal unter Messing manchmal unter Silber geführt...

      Ich würde eine Aufmischung im Randbereich nicht so eng sehen, wenn man schnell ist und vorher mit nem niedrigen Silbergehalt (25% bis 34% oder so cadmiumfrei) gearbeitet hat passiert da nicht viel... vielleicht ne Beimengung an Silber von 1 bis 3% damit kann man Leben. Der Rest ist ja weiterhin bis auf Kleinigkeiten gleich. Und wenn wir sund die Mengen betrachten die aus dem Lötspalt in die Fuge kommen könnten bleiben wir bei der Streuung, die unsere Lote haben.
      Sicher bewahrt einem einen sinnvolle Ärbeitsweise vor ärger. Ich kenne aber auch Leute die sich erste die Muffen löten und diese dann mit Silber auf die Rohre bringen.
      Mache ich das ganze aus nem Blech würde ich erst den Rahmen Löten (Hochschmelzendes Messing oder sogar Neusilber) und dann die Bleche mit Silber aufbringen.
      Bei Rohren würde ich die Rohre mit niedrigem Silbergehalt auflöten, dann kann ich die Gehrungen einbringen und anschließend das Ganze mit Messing verlöten.

      Gruß Patrick
      Ich glaube, da bekommt man kein Datenblatt. Die Frage wurde u.a. in diversen amerikanischen Foren schon gestellt - wurde aber nie richtig beantwortet. Es ist selbstverständlich ein absolutes Hightech-Lot das angeblich (wenn ich mir recht erinnere) auch beim Bau der Stealth-Bomber eingesetzt wurde - Du kannst also wahlweise bei der NASA oder NSA nachfragen.

      Viele Grüße
      Ulrich

      MiWi schrieb:

      Wobei natürlich die Hitzekontrolle, sollte es Messinglot sein (könnte eher fillet pro sein der Farbe nach, ist schwer zu sagen), nicht ganz ohne ist beim Spalt zwischen Rohr und Überschiebling.


      So wild ist das nicht. Wenn die Spaltmaße halbwegs passen und man ein wenig Erfahrung mit Messing oder Neusilber hat, dann kann man damit auch Muffen löten - wurde / wird ja auch überwiegend so gemacht.

      Viele Grüße
      Ulrich
      Hallo Ulrich.
      Wenn die Spaltmaße halbwegs passen und man ein wenig Erfahrung mit Messing oder Neusilber hat


      Genau das meinte ich, bzw. das wollte ich damit sagen. Spaltmaß muss passen und man sollte ne Spaltlötung nicht gerade zum ersten mal mit Messing machen. Verhält sich halt schon anders, als Silber.

      Ich löte meine Sitzrohr-Verstärkungen ja auch mit Messing. Ich hab auch keine Probleme damit.
      Hab halt vorher Teststücke gemacht und die aufgesägt. Messing in 10cm lange Überschieblinge auf ganzer Länge reinzuziehen ist kein Hexenwerk.

      Gruß, Michael
      Son paar technische Daten wären schon interessant zu dem Lot. Auch zwecks Festigkeit und was mit dem Kram passiert wenn man's überhitzt ich hab da keine lust auf grüne Flöckchen...

      Silber und Silizium sind halt Kandidaten die Schmelzen flüssig machen. Das 1% SIlber im Fontargen A102 hilft schon nen bisschen aber es geht auch ohne.

      Jesus bleibt's beim Samstag?
      hast du ne poofe hier? und wann kommst du, wenn du früh kommst könnte ich zu machen und wir fahren noch zum Störtebecker Cup Finale und gehen dem Rob auf den Senkel....
      Also Bilder folgen noch, hatte meine Kamera Samstag leider vergessen. Habe glaube ich leider das Gefühl als ob das Silber nicht komplett in meine Hülse geflossen ist. Fühlte sich vom Fließverhalten irgendwie komisch an. Ich mach glaube ich auch noch mal Probelötungen. Aber Bilder sagen mehr als tausend Worte, und die kommen noch.

      Patrick, ja am 15.02. komm ich definitiv. Bin am vormittag da, aber am nachmittag verabredet. Wie weit ist denn der Park von dir weg?
      Ich brin das bilam Rohr mal mit, dann schauen wir uns das mal an.

      Bestes, und danke für den regen Thread!
      Hier mal die Daten zu Fillet Pro

      Fillet Pro Specifications:

      Solidus: 650 C
      Liquidus: 720 C
      Brazing Range: 725-840 C
      Specific Gravity: 8.8
      Density: 4.6
      Electrical Conductivity 18% IACS
      Electrical Resistivity: 0.00000950 ohm-cm
      Composition:

      Ag: <40%
      Cu: <35%
      Zn: <30%
      Sn <3%

      Cadmium Free
      Lead Free
      Nickel Free

      For use in temperatures up to 200 C Continuous, and 310 C intermittent

      This alloy is known for its ability to wet difficult ferrous and non ferrous metals including;
      stainless steel, tungsten carbide, molybdenum carbide, nickel alloys, copper and titanium.
      It is excellent for use with dissimilar metals.

      Fillet Pro is commonly used for Torch, induction, and furnace brazing. Other processes may also be applicable.

      The strength of a brazed joint is highly dependent on joint design, brazing procedures, flux used, joint clearances etc.

      Fillet Pro is made, drawn, and packaged in the USA.




      Damit dürfte es dem LAg 40 Sn recht ähnlich sein, dass wenig bei kein Silizium enthält also Richtung BrazeTec 4076... Firinit, FOntagren und andere Mischen Silizium bei und die Schmelze flüssiger zu machen, aber das sit ja in dem Fall eher ungewünscht...

      Bei gelegenheit mal vergleichen