Material Ausfallende

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      Material Ausfallende

      Hey!

      Im Rahmen eines Projekts bauen ich und Freunde einen Rennradrahmen aus 25CrMo4 (Columbus).
      Die Ausfallenden wollen wir selbst gestalten und lasern lassen. Die Frage ist, welches Material kommt denn in Frage? Also sowohl günstig, als auch funktionsgerecht (Kratzresistent). Die Geschichten mit Kratzresistent macht man mit Edelstahl, soweit ich gehört habe. Das ist nur etwas ungenau, bräuchte da eine Werkstoffbezeichnung, oder je nach unserer Verfügbarkeit eine Auswahl (eher Chromstahl, vllt. doch Baustahl etc).
      Hat da jemand schon Erfahrungen mit gesammelt?

      Re: Material Ausfallende

      Hi Stefan.

      Ich hab bei meinen Projekten die Ausfallenden aus S355 gefeilt und auch mal weche lasern lassen.
      Am Bereich der Achsmuttern hab ich dann schnödes 1.4301 (aka V2A, aka X5CrNi18-10) aufgelötet.
      Ich wollte den Grundkörper aus S355 haben, weil ich den dann mit Messing löten konnte.
      Man mann auch das gesamte Ausfallende aus rostfreiem Stahl machen. Dann muss man halt mit Silber löten (oder schweißen). Wobei ich da jetzt grad nicht weiß, welche Sathlsorte man da bezüglich Streckgrenze und Verarbeitbarkeit am besten nimmt.

      Bin ich bisher sehr gut mit der Lösung S355 + Edelstahl Auflötungen zufrieden. Eine Quelle für Kleinstmengen 5mm CroMo Bleche hab ich noch nicht gefunden.

      Re: Material Ausfallende

      Das ist eine sehr gute Idee.
      An ein Auflöten hab ich noch gar nicht gedacht.

      Noch eine andere Frage:

      Wir haben ein 36er Steuerrohr mit 1,1mm Wandstärke, folglich ist der Innendurchmesser bei 33,8mm.
      Sollten wir die Passung für die Lagerschalen selbst drehen, oder schafft das Fräswerkzeug (bike-mailorder.de/out/pictures…hr-inkl-fraeser-38475.jpg) das? Weiß halt nicht, wo die Grenzen für das Werkzeug sind. Wobei wir auch nur einen normalen 1 1/8 Steuersatz verwenden. Müsste gehen, oder?

      Re: Material Ausfallende

      Ich kann zu der Wandung leider nix sagen, weil ich immer 37x1.5er Steuerrohre nehme. Das heißt, ich muss immer nur ganz leicht durchwischen.

      Hab aber auch den Cyclus Fräser. Über die Standfestigkeit kann ich nix sagen, weil ich erst 4 oder 5 Rahmen damit gefräst habe. Das Ding ist aber echt gut geschärft und geht in meine Steuerrohre wie durch Butter.
      Normalerweise sollte das mit 0.1mm Span umlaufend immernoch sehr gut gehen.

      Mit dem Schneidöl nicht geizen.

      Re: Material Ausfallende

      Hallo,

      Für die Ausfallenden kannst du ab 5mm so ziemlich jeden Stahl nehmen, den du willst, vor allem wenn es um Schalter und SSP geht. Da wirken kaum ungesunde Kräfte auf das Ausfallende. Und Alu wird auch Selten dicker als 6-8mm verarbeitet.

      Also St57 / S320 ist da vollkommen OK. In Rostfrei habe ich schon nen paar Sachen aus V2A gemacht und mit Silber bzw. Neusilber verlötet und bisher keine Probleme gehabt. Wichtig ist ein gutes Flussmittel und das man es beim Löten nicht verbrennt.

      DIe Cyclus Werkzeuge sind Preisleistungsmäßig OK und halten bei mir schon ein paar Jahre. Man hat auch den Vorteil das man nach dem Fertigen des Rahmens die Passungen einbringt und damit keinen Ärger mit Verzug hat und damit die Passungen einwandfrei sind. Bei den Cyclus-Tools ist die Passung für mache Steuersätze etwas weit. Aber dafür gibts Loctite, wenn man angst hat die Schalen können wandern.

      Re: Material Ausfallende

      Bei den Cyclus-Tools ist die Passung für mache Steuersätze etwas weit.


      Hatte ich bisher zum Glück keine Probleme, evtl. haben die Fräser etwas Streuung und die Steuersätze vermutlich auch.
      Die von mir verwendeten Tange und Ritchey Steuersätze musste ich mit Hartholzklötzen einschlagen oder mit ner dicken Gewindestange kräftig reinziehen.


      Danke für den Hinweis auf Edelstahl und Neusilber !
      Neusilber hab ich da und nutze das meist wenn ich bei kleinen fillets trotzdem hohe Festigkeit brauche. Daran, dass das auch mit Edelstahl gehen könnte, hab ich noch gar nicht gedacht (bzw. war ich stillschweigend davon ausgegangen, dass die 5% Silber nicht ausreichen um Edelstahl zu löten). Das ist die Lösung um Edelstahlausfaller mit spaltfüllendem und höherfestem Lot einzulöten. Werd ich mal ausprobieren.

      Re: Material Ausfallende

      Es hängt nicht vom Silber Anteil (es gibt SIlberlote über 40%, die keine Freigabe für CrNiSTähle haben) ab und Eigentlich hat Neusilber auch keine Freigabe. Aber es Funzt ganz gut und hält auch. Man das Flussmitte gut im Auge behalten und sehen ob das Lot sich gut verbindet und fließt. Fontargen sagt im Datenblatt zum Löten von Stahl, Gusseisen, Temperguss, Nickel und Nickellegierungen geeignet. Das ist für mich allgemein genug um da auch die CrNiStähle mit zu nehmen .
      Ich habe ein 25%iges Silberlot, das auch ne Freigabe für CrNiStähle hat (L-Ag25Sn) da hält sich dann auch der Preis in Grenzen, wenn man unbedingt ne Freigabe braucht.

      Re: Material Ausfallende

      Schweißen geht natürlich auch. Was häufiger im DIY Rahmenbau gemacht wird, weiß ich nicht. Da scheint Löten leicht in der Überzahl zu sein.
      Kommerziell ist Schweißen mind. ebenso häufig, im unteren Preissegment sogar vorwiegend vertreten.

      Je nach gewünschter Optik wähle ich mal die eine, mal die andere Fügetechnik.


      Schön verarbeitete Ausfallenden kann man allen Fügetechnik bauen. (häßliche genauso)
      Bei geschweißten dropouts ist für mich firefly (ist Titan, aber egal) ästhetisch ganz weit vorne.

      Re: Material Ausfallende

      Hey,

      hab da nochmal eine Frage zum Ausfallende. Das was MiWi gepostet hatte, finde ich aus fertigungstechnischer Sicht eine schöne Lösung (Auftragslötung S355 + 1.4301). Aber 1.4301 ist ja nun auch recht "weich", gibt es da keine Probleme beim Anziehen der Achsmuttern? Oder kann man da allgemein Kratzfestigkeit sowieso vergessen? Da 1.4301 ja austenitisch ist, hab ich mir gedacht ein martensitischer Stahl z.B. 1.4057, welcher auch rostfrei ist, würde da diesen Zweck erfüllen.

      Eine weitere Frage hab ich zur Verbindung Ausfallende-Kettenstrebe/Sattelstrebe. Wir wollen das momentan in unserem Projekt mit einer Art Schlitzverbindung realisieren. Die Firefly Variante sieht mir gesteckt aus, oder (falls es dafür Fachausdrücke gibt, erschlagt mich nicht )?
      Die Frage ist, wie realisiert ihr die stoffschlüsslige Verbindung?


      Grüße
      Bilder
      • Zusammenbau_Rennrad.jpg

        125,39 kB, 1.335×511, 1.265 mal angesehen

      Re: Material Ausfallende

      V2A ist in der Tat etwas weicher, was den Vorteil, dass die Achsmuttern gut greifen. Gerade bei Horizontalen Ausfallenden nicht schlecht, da sich das Material unter der Mutter verformt. Jeder, der Schon mal SSP oder Fixed auf nem Hartverchromten Ausfallende gefahren ist weiß, das sich da nen Rad auch mal Schräg treten lässt.

      Bei geschlitzten Ausfallenden formt man entweder das ende der Kettenstrebe rund bevor man es schlitzt um so einen schönen Übergang zu kriegen. Oder man schleift es schräg (oder als Kehle) ab und füllt das ganze mit Lot. dadurch erhält man schöne Übergänge.

      Gruß Patrick

      Re: Material Ausfallende

      V2A ist in der Tat etwas weicher, was den Vorteil, dass die Achsmuttern gut greifen. Gerade bei Horizontalen Ausfallenden nicht schlecht, da sich das Material unter der Mutter verformt. Jeder, der Schon mal SSP oder Fixed auf nem Hartverchromten Ausfallende gefahren ist weiß, das sich da nen Rad auch mal Schräg treten lässt.


      Unterstreich ich mal. Du wirst froh sein, ein weiches Material bei hor. Ausfallern zu haben. Auf verchromten Ausfallern ziehst du jede Mutterzahnung platt und dann gibt´s kein Halten mehr.

      Ausfallende an Rohrenden: Schlitzen und einlöten ist die klassische Variante. Jede andere Art wie schrägen Deckel auf Strebe und Anschweißen (wie beim gezeigten firefly) oder "hooded" dropout und Strebe stumpf drauf schweißen oder löten geht auch. Es gibt 1000 Wege ans Ziel, es gibt viele gute, aber auch weniger gute.

      Schmeiß einfach mal ne google Bildersuche mit "dropout" oder so an und schau dir bei Rahmenbauern mögliche Varianten ab.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „MiWi“ ()

      Re: Material Ausfallende

      Das wären typischerweise Ausfallenden zum Schweißen... aber man könnte sie auch verlöten...

      Nur die geschlitzte Variante eignet sich nicht wirklich zum schweißen... gemäß dem Leitspruch bei Schweißverbindungen nie Löte oder Nietkonstruktionen kopieren. Also keinen Überlapp erzeugen. an diesen Stellen könnte nicht sichergestellt werden, dass die Verbindung durchgeschweißt wird.

      Re: Material Ausfallende

      Klasse, hab richtig viel gefunden. Wusste nur nicht was ich suchen soll.
      Hooded und Plate Style Dropouts. Wobei ich zur geschlitzten Variante auch eine geschweißte Verarbeitung gefunden habe, sieht aber durch die Schweißraupe nicht sehr gut aus. Kann es sein, dass die Hooded Dropouts den Vorteil haben, dass man ein und dasselbe Dropout für unterschiedliche Geometrien verwenden kann? Sonst hat man ja unterschiedliche Winkel, im Bezug auf die Verbindung (bei unterschiedlichen Geometrien) zu den Streben und hier nur zwei stumpfe Enden.

      Re: Material Ausfallende

      Wobei ich zur geschlitzten Variante auch eine geschweißte Verarbeitung gefunden habe, sieht aber durch die Schweißraupe nicht sehr gut aus.


      Sieht unelegant aus und ist auch Tragkonstruktiv schlechter, als gelötet. Für Scherkräfte ist Lot halt super.

      Kann es sein, dass die Hooded Dropouts den Vorteil haben, dass man ein und dasselbe Dropout für unterschiedliche Geometrien verwenden kann?


      Bei einigen ist das so, ja. Manche haben auch innere Führungsstummel angegossen, da ist man ein wenig eingeschränkter.
      Diese Art von dropouts ist halt auch sehr steif. (Querrichtung, meist aber auch die Verbindung der Rohre untereinander)
      Hab mir mal eines selber geschweißt (Blech oben, vorne, unten umlaufend), der Hinterbau war bocksteif, super fürs Polo.