Singlespeedrahmen

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      Singlespeedrahmen

      Hallo,

      ich bin totaler anfänger was FAHRRAD-Rahmenbau angeht, habe aber durch meinen Beruf sämtliche möglichkeiten Metall in die gewünschte Form zu bringen.

      Möchte einen einfachen Stahlrahmen bauen und hoffe das ihr mir Tipps geben könnt.
      Sollte nur Bremszangenaufnahmen haben und Zahnriementauglich sein.

      Muffen zum verlöten? Gibt es diese schon fertig?

      Was ist besser: Gelöteter oder geschweißter Rahmen?

      Welche Stahlsorte nimmt man da genau?

      Vielen Dank im Vorraus!

      Re: Singlespeedrahmen

      Hallo und willkommen im Forum,

      im Fahrradbereich werden normalerweise Rohre aus Vergütungsstählen verwebet. Das häufigste sind 25CrMo4 Derivate mit Wandsträrken von 1mm und kleiner. Bei hochwertigeren Rahmen kommen endverstärkte Rohre zum Einsatz. Bei Hollandrädern und ähnlichen Fuhren oder Cruisern kann es aber auch sein das du "Normalen" Baustahl findest.

      Ob löten oder Schweißen hängt von deinen Fähigkeiten und Vorlieben ab. Schweißen geht immer schneller und ist billiger. Löten ist etwas fehlertoleranter und einfacher zu erlernen.

      was besser ist darf jeder für sich selber entscheiden oft genug wird auch gemischt.

      Muffen gibt es fertige, wenn man diese verwendet muss man die spätere Geometrie den vorhandenen Muffenwinkeln anpassen.

      Gruß Patrick

      Re: Singlespeedrahmen

      Hallo,

      mir geht es ähnlich wie äh.. "Dichte von Stahl"
      Meine erste Frage bezieht sich auf Rohrhersteller. Der Thread ist leider etwas alt und manche Links fkt net mehr. Gibts in Deutschland noch irgendeinen Distributor für konifizierte Rohre außer Reset Racing (Columbus)?

      Was sagt die Erfahrung: Tretlagergehäuse kaufen - selber herstellen?
      Also ich beziehe mich jetzt z.B. auf die Tretlagergehäuse bei Reset Racing, da steht ja überall BSA Gewinde.
      Verzieht sich da was beim schweißen? Im Prinzip zwei Fragen: Verzieht sich das extrem beim schweißen (daher Gewinde erst im nachhinein fertigen?) oder weniger und man kann eins als Fertigteil kaufen?

      Hat jemand Erfahrungen mit Festigkeitsberechnungen im Rahmenbereich? Also nicht nur normale Mechanik (Rahmen), sondern auch FEM (Schweißnähte) bzw. muss man überhaupt FEM anwenden?

      Re: Singlespeedrahmen

      Hi.
      Gibts in Deutschland noch irgendeinen Distributor für konifizierte Rohre außer Reset Racing (Columbus)

      Patrick - Totembikes

      Tretlagergehäuse:
      Kaufen. Kostet zwischen 3 und 8 Euro, dafür werf ich die Drehbank nicht an.
      Das verzieht sich beim Schweißen, geht ja gar nicht anders. Je nach Übung mehr oder weniger.

      Ich habe BSA Gewinderschneider (die sind nur zum Nach-Schneiden gedacht, neu schneiden geht damit sicher nicht oder nicht oft). Die Gewinde leiden bei ordentlichem Schweißen nicht, ich kann bei mir immer so eine Tretlagerkartusche einschrauben, auch ohne Nachschneiden.

      Trotzdem schneid ich grundsätzlich einmal die Gewinde nach (geht dementsprechend äußert leicht) und fräse die Stirnflächen planparallel.
      Insbesondere bei GXP Lagern o.ä. halte ich das für wichtig.
      Bei Kartuschen mag es auch ohne gehen, Richard Sachs sagt, er hat in seinem Leben nicht ein Tretlager an seinen Rädern stirnseitig gefräst. Wobei der imho auch nur Muffen mit Silber lötet, da wird sich so gut wie nix verziehen.

      muss man überhaupt FEM anwenden

      Ich nutze jeden Tag im Job FEM. Fürs Rahmenbauen so wie ich es betreibe (klassicher Stahlrahmen) würd ich das niemals nutzen.
      Die handwerklichen Arbeitsweisen für den Rahmenbau sind seit Ewigkeiten erprob und tradiert. Da muss man das Rad nicht neu erfinden. Das eigentliche Problem ist sowieso meist Ermüdung (wenn nicht grad ultra-Leichtbau betrieben wird). Sauber arbeiten, dann braucht es imho kein FEM. Verbringe lieber Zeit an der Werkbank, das bringt dir für den Rahmenbau mehr als FEM.

      Ist doch nur ein Fahrrad, keine Mondrakete.

      Gruß, Michael

      Re: Singlespeedrahmen

      Naja Mondraketen bau ich privat, das ist kein Problem.
      Ein ordentlicher Rahmen ist da schon anspruchsvoller. ;)
      Spaß beiseite, das ist ein Uniprojekt. Man konnte sich das Thema selbst ausdenken, da haben wir gesagt lass uns das mal versuchen. Im Großen und Ganzen hat das Projekt halt die Überschrift Schweißkonstruktion. FEM fällt da also unter die Rubrick "Anwenden und lernen".

      Re: Singlespeedrahmen

      Uni....hach ja, das waren noch Zeiten... ;)

      Wenn es um FEM FInger-Übungen geht, dann lass dich doch vielleicht vorwiegend beim Thema Schadensakkumulation an der Naht aus. Wenn du dann noch die Auswirkung von HiFIT-Verfahren (High Frequency Impact Treatment) per FEM untersuchst, dann gehst du beim Rahmenbau glaube ich ganz neue Wege. Könnte ne spannende Kiste sein. Würd mich ernsthaft interessieren, wenn du hier darüber berichten würdest.

      Re: Singlespeedrahmen

      Bei muffenlosen Verbindungen (Schweißen oder Muffenlos löten/filletbrazing) Spalt so klein wie möglich. Mehr als ein Ballt Papier sollte nicht dazwischen passen, Nullspalt ist theoretisch am besten.

      Bei Muffenverbindungen sollten die Rohre in der Muffe auch so passgenau wie möglich aneinander angearbeitet werden. In der Muffe braucht es dann aber ein Spaltmaß zwischen Muffe und Rohrwandung, damit du das Lot reinziehen kannst.
      Für dünnflüssiges Silberlot wenig Spalt, für dickflüssiges Messinglot mehr Spalt. Um ein Gefühl für erforderliche Spaltmaße zu kriegen, ist es imho ratsam, vor dem ersten Rahmen mal ne Hand voll billige Testmuffen (Pressblechmuffen, um 3 Euro bei ceeway) mit Rohrrest mit dem später verwendeten Lot zu löten und nachträglich aufzuschneiden. So sieht man, wie gut man das Lot reingezogen kriegt und merkt gleich, wann ein Spaltmaß gut ist und wann zu eng.